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Fitch gehört zu den drei führenden Ratingagenturen.

Europas Banken werden in die Zange genommen

New York - Politiker wollen einen höheren Schuldenerlass für Griechenland. Doch den Banken droht die Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Zugleich drängen Japan und die USA, Europa solle seine Banken stützen.

Europas Banken geraten massiv unter Druck: Nach dem Streit über staatliche Kapitalspritzen fordern europäische Politiker einen höheren Beitrag bei der Griechenlandrettung, die Ratingagentur Fitch droht zudem mit Abwertung. Wirtschaftsmächte wie Japan und die USA drängen die Europäer gleichzeitig immer stärker, der Finanzbranche unter die Arme zu greifen. Die Ratingagentur Fitch drohte einer Reihe von Großbanken mit der Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit, darunter auch der Deutschen Bank. Kanzlerin Angela Merkel warnte vor übertriebenen Hoffnungen auf einen Befreiungsschlag.

Übermäßige Verschuldung und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit hätten sich über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut, Lösungen könnten nicht über Nacht gefunden werden, sagte die CDU-Vorsitzende. “Es gibt nicht den einen großen Wurf, den einen großen Paukenschlag, mit dem alles vorbei ist“, sagte sie. Die Kanzlerin und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatten ein Gesamtpaket zur Euro- und Bankenrettung bis Ende des Monats angekündigt.

In Paris wollten die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) am Freitag und Samstag das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise beraten. Dabei geht es auch um die Kompetenzen des gerade erst erweiterten Euro-Rettungsschirms (EFSF).

Wirtschaftskrise: Diese Banken hat es am meisten getroffen

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Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker drohte, die Geldinstitute notfalls zur Unterstützung zu verpflichten. Private Banken müssten wissen, dass es zu einer “nicht freiwilligen Gläubigerbeteiligung“ kommen könne, wenn der freiwillige Beitrag aus Sicht der Euro-Länder nicht mehr ausreichend sei, sagte er im Deutschlandfunk. Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister François Baroin kündigte einen deutsch-französischen Vorschlag dazu an, über die genaue Höhe der Aufstockung werde noch diskutiert, sagte er dem Radiosender Europe 1.

Die privaten Geldgeber haben bislang zugesagt, eine Wertminderung um 21 Prozent bei ihrem Griechenland-Engagement zu akzeptieren und längere Kreditlaufzeiten mit Athen zu vereinbaren. Die Debatte über eine höhere Beteiligung war erstmals auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor zwei Wochen aufgekommen, die Banken hatte solche Vorschläge postwendend abgelehnt.

Juncker betonte, höhere Eigenkapitalquoten der Banken seien notwendig- notfalls mit Staatshilfe. “Wo Rekapitalisierungsbedarf besteht, müssen wir dafür sorgen, dass rekapitalisiert wird“, sagte er. Die Bundesregierung beharrte darauf, europäische Geldhäuser notfalls mit Hilfe des Staates zu rekapitalisieren. Deutschlands Banker hatten massiv Front gegen die geplanten Kapitalspritzen gemacht.

Derweil gingen die Streiks in Griechenland weiter, fast überall türmten sich in den großen Städten des Landes Müllberge auf. Neben der Müllabfuhr streiken auch die Taxi- und Busfahrer von Athen. Museen blieben den dritten Tag in Folge geschlossen. Finanzminister Evangelos Venizelos sagte, die Griechen schuldeten ihrem Staat insgesamt 37 Milliarden Euro. Venizelos sagte, er werde die Steuerhinterzieher in der kommenden Woche “an den Pranger“ stellen, ihre Namen sollten veröffentlicht werden.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

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Die Regierung des pleitebedrohten Euro-Landes Portugal kündigte neue drastische Sparmaßnahmen an: Damit löste sie im ärmsten Land Westeuropas eine Welle der Empörung aus. Unter anderem werde man allen Bediensteten und Pensionären des Staates, die mehr als 1000 Euro im Monat beziehen, in den nächsten zwei Jahren das 13. und 14. Monatsgehalt streichen, sagte Regierungschef Pedro Passos Coelho in einer Fernsehansprache. Nicht nur die linksgerichtete Opposition, auch die Kirche und fast alle Medien prangerten die meisten Maßnahmen scharf an.

Die Ratingagentur Fitch begründete ihren düsteren Ausblick für die Banken am Donnerstagabend mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten und schärferen Vorschriften für Geldinstitute. Für einige Geldhäuser, darunter die Schweizer UBS, die Lloyds Banking Group und die Landesbank Berlin, setzte die Agentur das Langfrist-Rating direkt herab. Der Deutschen Bank droht den Experten zufolge eine Abstufung um eine, höchstens zwei Stufen auf der Bonitätsskala.

Merkel sprach sich außerdem für eine Finanztransaktionssteuer aus, um zumindest in Europa, besser noch weltweit die Akteure auf den Finanzmärkten für die Bewältigung der Krise zur Kasse bitten zu können. “Es kann nicht sein, dass sich auch Länder außerhalb des Euroraumes, die uns immer wieder von außen zum Handeln auffordern, um die Schuldenkrise zu bewältigen, gleichzeitig einer Finanzmarkttransaktionssteuer umfassend verweigern“, sagte sie angesichts des Widerstands aus Großbritannien und den USA.

Die Mehrheit der Deutschen hat wegen der Schuldenkrise Angst ums eigene Geld. Im ZDF-Politbarometer äußerten 55 Prozent der Befragten die Sorge, dass die Finanzkrise auf das eigene Portemonnaie durchschlage. 41 Prozent befürchten dies nicht.

dpa

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