Flachbildschirme erst testen, dann kaufen: Fehler kein Umtauschgrund

- Bei den PC-Besitzern geht der Trend zum Flachmann: Voluminöse Monitore auf dem Schreibtisch sind out, die eleganten TFT-Displays überall auf dem Vormarsch.

Seit man brauchbare Flachbildschirme mit 17 Zoll großem Bildschirm von Firmen wie Videoseven oder Medion schon ab 200 Euro bekommt, boomt der Absatz. Kein Wunder, denn abgesehen von der eleganten Optik bieten die Displays noch andere handfeste Vorteile.

Flimmerfrei sparen

TFT-Displays begnügen sich mit viel weniger Strom als Röhrenmonitore, die für den Betrieb etwa zwei- bis dreimal so viel Energie fressen. Außerdem geben Flachbildschirme weniger Strahlung ab als Monitore, flimmern nicht und sind leichter zu transportieren. Monitore dagegen punkten beim Preis: Die alte Technik ist nach wie vor billiger als die aktuelle. Außerdem bilden Monitore Farben meist besser ab und bauen das Bild schneller auf _ ein Faktor, der besonders für PC-Spiel-Freunde wichtig ist.

Beleuchtung und Kontrast

Das Bild von TFT-Displays muss von hinten beleuchtet werden. Billige Geräte sind oft ungleichmäßig ausgeleuchtet, was bei längerer Bildschirmarbeit lästig werden kann. Außerdem sollte die Leuchtkraft des Displays hoch sein, damit man auch in heller Umgebung gut arbeiten kann. Die Leuchtkraft wird bei Flachbildschirmen in "Candela" (lat.: "Kerze") gemessen. Ein Candela entspricht einer Kerze auf einen Quadratmeter. Für ein brauchbar helles Bild benötigt man mindestens 300 Candela.

Ist der Kontrast zu niedrig, ermüden die Augen schnell. Der Kontrastwert beschreibt das Leuchtverhältnis von schwarzen und weißen Punkten. Er sollte mindestens 300 zu 1 betragen, teure Modelle schaffen gar 1000 zu 1.

Feste Auflösung

TFT-Displays haben technisch bedingt eine feste Auflösung, die man nicht ändern sollte. Bei klassischen Monitoren lässt sich problemlos von 1024x768 auf 800x600 Pixel umschalten, wenn einem die Symbole auf dem Bildschirm zu klein erscheinen. Beim Flachbildschirm ist Umschalten auf gröbere Einstellungen zwar möglich, aber nur mit herben Qualitätseinbußen: Das Bild wird dann "interpoliert" und deshalb unscharf. Kurzsichtige oder Leute, die den PC hauptsächlich für Textverarbeitung und Internet nutzen, benötigen nicht so feine Auflösungen wie jemand, der grafisch arbeitet.

Glanz oder Matt

Geräte wie Sony HS74P oder das NEC 1970GX (beide ca. 500 Euro) haben Hochglanz-Displays, bei den meisten TFT-Displays ist die Bildschirm-Oberfläche jedoch matt. Glänzende Bildschirme bieten kräftigere Farben und wirken brillanter. Allerdings können die verstärkten Spiegelungen stören, besonders lästig sind sie, wenn der Arbeitsplatz ein Fenster im Rücken hat.

Reaktionszeit

Flachbildschirme können Bilder nicht so schnell aufbauen wie Monitore. Ändert sich das Bild schnell, können Schlieren entstehen. Das ist bei Textverarbeitung kaum bedeutend, wohl aber bei schnellen PC-Spielen oder Filmen. Deshalb sollten gerade Computer-Spieler beim Kauf auf eine schnelle Reaktionszeit des TFTs achten. Für Büroarbeiten sind 20 Millisekunden ausreichend, Spiele-Freaks benötigen 12 Millisekunden oder weniger.

Benutzbarer Blickwinkel

Anders als Röhrenmonitore bieten TFT-Displays nur von bestimmten Blickwinkeln aus ein gutes Bild: Sitzt man zu schräg davor, erkennt man wenig auf ihm. Ist der benutzbare Blickwinkel sehr klein, kann das unangenehm werden, wenn man während der Arbeit die Sitzposition wechseln will oder zwei Leute gemeinsam auf einen Bildschirm schauen.

Pixelfehler

Bei dem Test im Laden sollte man unbedingt den Pixeln seines künftigen Displays einen genauen Blick widmen: Jeder Einzelne der winzigen Bildpunkte wird separat angesteuert und kann deshalb defekt sein. Das führt zu "Pixelfehlern", Punkte die nicht auf die Anweisungen des Computers reagieren und immer in derselben Farbe strahlen. Es kann sehr störend werden, wenn ein Bildpunkt genau in der Bildschirmmitte ständig knallorange leuchtet. Ein Pixelfehler ist aber kein hinreichender Grund, ein Gerät zurückzugeben. Hersteller halten sich im Kleingedruckten Hintertüren offen, meist rechtfertigen erst mehrere defekte Bildpunkte in der Bildschirmmitte eine Rückgabe. Also erst testen - dann kaufen!

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