Fleisch, Benzin und Reisen werden teurer

- Hamburg/München - Die Bürger müssen sich auf höhere Preise für Sprit, Fleisch und Reisen gefasst machen. Die Preise für Benzin und Diesel stiegen im Durchschnitt auf bis zu 1,20 Euro (Super) und knapp einem Euro (Diesel). Ein Grund dafür war der andauernde Konflikt um den russischen Ölkonzern Yukos. Der Preis für Heizöl steht nach Angaben des Fachblattes EID mit 45 Euro pro 100 Liter im Bundesdurchschnitt auf einem Jahreshoch. Anfang Januar kosteten 100 Liter noch 35,50 Euro. Im Herbst drohen nach höhere Preise, falls die Verbraucher bei sinkenden Temperaturen dann auf einen Schlag bestellen.

Die Verbraucher werden auch für Rind- und Schweinefleisch sowie Wurst bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Die deutsche Fleischwirtschaft kündigte deutliche Preiserhöhungen an, die dann auch auf die Ladenpreise durchschlagen dürften. Die Fleischwirtschafts-Verbände klagten, die mittelständisch geprägten deutschen Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen drohten in einer "Preisfalle" zu ersticken.<BR><BR>Sie seien auf der einen Seite mit in die Höhe geschnellten Rohstoffpreisen konfrontiert und stünden auf der Abgabeseite durch den harten Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel unter Druck. Dieser Wettbewerb habe auch dazu geführt, dass die enormen Preissteigerungen beim Schlachtvieh bisher nur unzureichend an der Ladentheke berücksichtigt worden seien. <BR><BR>In den Urlaub fliehen hilft jedoch nichts: Auch Pauschalreisen werden im kommenden Sommer wohl wieder anziehen: Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismusindustrie, Klaus Laepple, sagte der "Welt" zufolge, bereits jetzt sei absehbar, dass die Preise für Pauschalreisen im kommenden Sommer "zwischen fünf und zehn Prozent steigen werden". Derzeit würden die Veranstalter den Preisdruck noch an die Hoteliers in den Zielgebieten weitergeben. <BR><BR>Weitere Zugeständnisse seien aber vielfach nur noch auf Kosten der Qualität möglich. Derzeit gebe es eine extrem hohe Nachfrage nach Ein-Wochen-Reisen. Die Reiseveranstalter rechnen laut Laepple für das Sommergeschäft mit einem Umsatzplus von fünf Prozent. <BR><BR>Allerdings werde sich in den kommenden Monaten der hohe Kerosinpreis dämpfend auf die Gewinne der Veranstalter auswirken. Mittelfristig erwartet Laepple, dass der Ölpreis nicht wieder auf das alte Niveau fallen und die Flugpreise weiter steigen werden.<BR>

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