Signalstörung: Verzögerungen und Zugausfälle auf der Stammstrecke

Signalstörung: Verzögerungen und Zugausfälle auf der Stammstrecke
+
Aldi will eine Kennzeichnung für Frischfleisch einführen, um für den Verbraucher die Transparenz zu erhöhen.

Der Discounter zieht nach

Fleisch-Kennzeichnung bei Aldi: So funktioniert das neue System 

Aldi will eine Kennzeichnung für Frischfleisch einführen, um für den Verbraucher die Transparenz zu erhöhen. Immer mehr Läden setzten auf freiwillige Labels, auch weil aus der Politik keine Vorgaben kommen. 

Aldi folgt der Konkurrenz: Wie zuvor schon Lidl, Penny, Netto und Kaufland setzt nun auch das Gespann von Aldi Nord und Aldi Süd auf einen sogenannten Haltungskompass für Frischfleisch. So soll der Konsument auf einen Blick erkennen können, unter welchen Bedingungen das geschlachtete Tier gehalten wurde. Der Konzern spricht von „Haltungs-Transparenz“, man wolle „langfristig für mehr Tierwohl sorgen“ und „auf die Wünsche“ der Kunden eingehen. 

Auf den Verpackungen von Frischfleisch-Produkten soll der Verbraucher ab August ein zusätzliches Symbol finden, das Auskunft über die Haltungsbedingungen des Tieres gibt. Das System kennt, ähnlich wie bei der Konkurrenz, vier verschiedene Stufen. 

Auch interessant: Kunde fragt bei Aldi nach Einkaufswagen-Chip - und kann nicht fassen, was er bekommt

Aldi ändert die Fleisch-Kennzeichnung: Das sind die vier Stufen

Stufe eins entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen für die Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel. Diese Stufe trägt den Namen „Stallhaltung“.

Bei der zweiten Stufe mit der Bezeichnung „Stallhaltung plus“ bekommen die Tiere etwas mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben sowie „zusätzliches Beschäftigungsmaterial“.

Stufe 3 „Außenklima“ verspricht noch mehr Platz für die Tiere, eine abwechslungsreichere Umgebung sowie den „Zugang zu Außenklimabereichen“. 

Die Stufe vier entspricht den gesetzlichen Bestimmungen für Bio-Fleisch. Folgerichtig trägt sie den Namen „Bio“. 

Lesen Sie auch: Kampf gegen Aldi, Lidl und Co.: So rüsten Edeka und Rewe auf

Aldi sieht die Image-Pflege als Priorität

Doch es soll nicht nur bei einer verbesserten Transparenz bleiben: Bis 2019 möchte Aldi etwa die Hälfte seiner Eigenmarken-Produkte qualitativ mindestens auf die zweite Stufe gebracht haben. Damit würde der Einzelhandel den Druck auf das fleischverarbeitende Gewerbe - durchaus öf­fent­lich­keits­wirk­sam - deutlich erhöhen. Schließlich wollen sich die Discounter schon länger ihres „Hauptsache-billig“-Rufs entledigen, setzten daher verstärkt auf Themen wie Nachhaltigkeit oder Umweltschutz. 

„Sie wollen ihr Image verbessern, zudem ist der Wettbewerb hart, macht der eine was, zieht der andere nach“, so Professor Martin Fassnacht, Marketingexperte an der privaten Hochschule für Wirtschaft und Management WHU bei Koblenz, gegenüber der Schwäbischen Zeitung. „40 Prozent der Deutschen haben Katze, Hund, Vogel zu Hause, der Tierschutz ist emotional“, erklärt er weiter. Unter diesen Umständen kann es sich kaum ein Konzern leisten, den Eindruck zu erwecken, eine angemessene Tierhaltung sei in seinen Augen lediglich ein unnötiger Kostenfaktor. 

Deutschland ist Verpackungsmüll-Europameister: So viel Kilo wird pro Kopf produziert

Fleisch-Kennzeichnung bei Aldi: Staatliche Regulierung lässt auf sich warten

Dem deutsche Tierschutzbund gehen die geplanten Kennzeichnungen der Wirtschaft noch nicht weit genug. Stattdessen brauche es ein „konsequentes staatliches Label“ mit den damit einhergehenden Garantien im Bereich der Kontrolle und Sanktionierung. An diesem sogenannten „Tierwohl-Label“ wird im Umweltministerium schon seit der letzten Legislaturperiode gearbeitet, eine Umsetzung sei allerdings frühstens ab dem Jahr 2020 realistisch, so die zuständige Ministerin Julia Klöckner von der CDU. 

Eine verpflichtende Kennzeichnung sei aber auch zu diesem Zeitpunkt nicht geplant. Vielmehr setze die Bundesregierung auf eine freiwillige Teilnahme der Industrie am Programm. Ein verpflichtendes Logo erfordere eine europäische Regelung mit deutlich verlängerten Zeithorizonten bis zur Umsetzung, so die Begründung des Umweltministeriums. 

Was sonst noch bei Aldi passiert

Was in der Obstabteilung passiert, unterliegt natürlich auch der Qualitätskontrolle. Der Discounter will prüfen, wie es sein kann, dass ein Kunde lebende Tiere in Obst von Aldi findet.

Wer keine Probleme dieser Art hat, kann sich hingegen freuen. Bei Aldi gibt es eine Preissenkung, die ein oft gekauftes Produkt betrifft.

Außerdem gab es auch noch eine lustige Geschichte bei Aldi, denn ein Kunde postete auf Facebook, den „Beweis“ dafür, dass Aldi Werbung für Lidl machen könnte. Ob das freiwillig oder doch ehe unfreiwillig passiert, ist jedoch nicht ersichtlich.  

Auch spannend: Kein Platz für Menschenrechte - Aldi, Rewe und Co. schneiden bei Studie mit null Punkten ab

dk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Smartphone-Bezahldienst Apple Pay in Deutschland gestartet - Experten erwarten wichtige Impulse
Vier Jahre nach dem Start des iPhone-Bezahldiensts Apple Pay in den USA ist der Service seit Dienstag auch in Deutschland verfügbar.
Smartphone-Bezahldienst Apple Pay in Deutschland gestartet - Experten erwarten wichtige Impulse
Nach Eskalation am Montag: Bahn und Gewerkschaft verhandeln weiter: „Deutlich gemacht, wie ernst es ist“
Nach dem folgenschweren Warnstreik erst einmal Entspannung: Die Gewerkschaft EVG und die Bahn kehren an den Verhandlungstisch zurück.
Nach Eskalation am Montag: Bahn und Gewerkschaft verhandeln weiter: „Deutlich gemacht, wie ernst es ist“
China sieht Menschenrechte von Huawei-Managerin verletzt
Die Festnahme der Huawei-Finanzchefin in Kanada auf US-Betreiben sorgt weiterhin für wütende Proteste aus China. Die Verteidigung versucht, Meng Wanzhou auf Kaution …
China sieht Menschenrechte von Huawei-Managerin verletzt
Apple Pay in Deutschland gestartet
Deutschland gilt weiter als Bargeldland. In der Branche geht man aber davon aus, dass sich das schneller ändern könnte als bisher, wenn Kunden nur ihr Telefon an die …
Apple Pay in Deutschland gestartet

Kommentare

fuerTiere
(0)(0)

Jedes Jahr werden allein in Deutschland knapp 800 Millionen
Landlebewesen getötet, hinzu kommen Milliarden Meeresbewohner. Die
Aufzucht von Tieren in Tierfabriken ist grausam und eine ökologische
Katastrophe. Das Essen von Tieren ist schlecht für unsere Gesundheit und
wird mit vielen Krankheiten und Beschwerden, einschließlich
Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit in
Verbindung gebracht.