Flensburg: So wird man Punkte los

- Rund 7,1 Millionen Deutsche sind in der Flensburger Verkehrssünderkartei erfasst. Das sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg 14,5 Prozent der 49 Millionen Führerscheinbesitzer. Trotzdem ist vielen unklar, wofür es wie viele Punkte gibt - und wie man sie wieder loswird.

<P>"Positiv eingetragen" heißt laut KBA-Sprecher Stephan Elsner das, was negativ einstufen sollte. Die Möglichkeiten, in Flensburg Erwähnung zu finden, sind vielfältig. Die meisten schaffen es auf dem schnellsten Weg: 54,9 Prozent der gespeicherten Personen kamen durch zu schnelles Fahren zu ihren Punkten. Mit 18,9 Prozent folgen Alkoholfahrten vor den Vorfahrtsverletzungen mit 14,6 Prozent.</P><P> Kleinere Fehler, die mit Verwarnungsgeldern bis 35 Euro geahndet werden, bringen niemanden in das Register.<BR> Bei Bußgeldern ab 40 Euro gibt es mindestens einen Punkt, so Markus Schäpe vom ADAC. </P><P>Unterschieden wird laut Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) noch zwischen Ordnungswidrigkeiten (1 bis 4 Punkte) und Verkehrsstraftaten (5 bis 7 Punkte).</P><P>Gefahr auch für notorische Falschparker</P><P>Der Punktekatalog zeigt dabei, dass manches Delikt weit schwerer wiegt, als es viele Autofahrer annehmen. So ist unerlaubtes Entfernen vom Unfallort eine Straftat, für die es sieben Punkte gibt. "Wenn jemand ein anderes Auto angefahren hat, reicht es nicht, einen Zettel an den Scheibenwischer zu klemmen", so Stephan Elsner. Man darf sich nicht vom Unfallort entfernen und muss die Polizei holen.</P><P>"Überfahren" einer roten Ampel ist eine Ordnungswidrigkeit mit unterschiedlichen Auswirkungen. Hat die Ampel gerade erst umgeschaltet, gibt es drei Punkte und 50 Euro sind fällig. Dauert die Rotphase schon länger als eine Sekunde, gibt es vier Punkte und 125 Euro sind zu zahlen.</P><P>Ist ein Autofahrer dreist, kann er für etwas zu einer "positiven" Eintragung kommen, wofür eigentlich nur ein Verwarnungsgeld fällig ist. Wenn jemand ständig vor seinem Haus falsch parkt, ist anzunehmen, dass er nicht fahrlässig handelt. Dafür gibt es dann doch Punkte.<BR>Während ein kleines Punktekonto kein Problem ist, kann es bei höheren Zahlen ungemütlich werden. Wie hoch das Konto wird, hängt auch von den Zeitabständen zwischen den Verstößen ab. </P><P>Laut KBA werden Eintragungen und Punkte durch Ordnungswidrigkeiten nach zwei Jahren gelöscht, wenn es in dieser Frist nicht zu neuen Verstößen gekommen ist.<BR>Fünf Jahre bleiben Einträge bei Straftaten stehen, die nicht im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen stehen.<BR>Bei Straftaten mit Drogen und Alkohol muss zehn Jahre gewartet werden.</P><P><BR>Allerdings bekommen Punktesammler die Chance, ihren Kontostand zu verringern. Doch darf man die Möglichkeiten innerhalb von fünf Jahren nur einmal nutzen.<BR>So gibt es bei 8 bis 13 Punkten eine Verwarnung und das Angebot, freiwillig an einem Aufbauseminar in der Fahrschule teilzunehmen. <BR>Bei 14 bis 17 Punkten wird das Seminar angeordnet. "Dazu gehören vier Sitzungen und eine Beobachtungsfahrt", so Peter Glowalla von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. Die Kosten liegen bei etwa 300 Euro.<BR>Bei einem Kontostand bis zu 8 Punkten gibt es für die Teilnahme einen Abzug von 4 Punkten, bei 9 bis 13 Punkten werden 2 abgezogen. <BR>Verkehrssünder mit 14 bis 17 Punkten bekommen einen Abzug von 2 Punkten, wenn sie eine verkehrspsychologische Beratung besuchen.<BR>Bei 18 Punkten ist der Führerschein weg.</P><P>Der Kontostand in Flensburg lässt sich überprüfen. "Wer uns ein Schreiben mit den persönlichen Daten, seiner Unterschrift und der Kopie des Personalausweises schickt, bekommt die Daten kostenlos zugesendet", so Stephan Elsner. Den "Kontoauszug" bekommt man auch über die Führerscheinstellen.</P>

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