Vom Flensburger Konto abheben: So bauen Autofahrer Punkte ab

- Bei dem Gedanken an sein Punktekonto in Flensburg wird manchem Autofahrer ganz flau im Magen. Wird der Führerschein kassiert und steht die Medizinisch-Psychologische Untersuchung an, kann es teuer werden. Um das zu verhindern, können Autofahrer die Punkte abbauen.

<P>"Ins Verkehrszentralregister werden verkehrsrechtliche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten nach dem Punktesystem eingetragen", sagt Stephan Elsner, Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg. Ordnungswidrigkeiten unter 40 Euro sind Verwarnungen, die im Register nicht berücksichtigt werden.<BR><BR>Dafür gibt's Punkte</P><P>Unter die teureren Ordnungswidrigkeiten fallen Geschwindigkeitsübertretungen oder das Missachten einer roten Ampel. So schlage das Überfahren eines Rotlichts je nach Dauer mit 3 oder 4 Punkten zu Buche, sagt Elsner. "Entfernt sich jemand unerlaubt vom Unfallort, begeht er eine Straftat." Ein solches Verhalten werde mit 7 Punkten geahndet.<BR>"Sind 18 Punkte erreicht, ist der Führerschein weg", warnt Elsner. Im Regelfall muss sich der Betroffene dann einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung unterziehen. "Diese Untersuchung, im Volksmund Idiotentest genannt, ist nicht ohne", sagt Goetz Grunert, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Verkehrsrecht. Dem Test müssen sich auch Menschen unterziehen, die durch wiederholte Alkoholfahrten aufgefallen sind oder mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille oder mehr erwischt wurden.<BR><BR>Status abfragen</P><P>Über ihren Punktestand können sich Autofahrer direkt beim KBA in Flensburg informieren. Die kostenlose Auskunft kann jederzeit schriftlich beantragt werden (Kraftfahrt-Bundesamt, 24932 Flensburg). Nur ein Identitätsnachweis sei beizufügen, so Grunert.<BR><BR>Abbau-Möglichkeiten</P><P>Je nach Anzahl der Punkte seien verschiedene Abbau-Möglichkeiten denkbar.<BR> Hat der Führerscheininhaber bis zu 8 Punkte in Flensburg, kann er freiwillig an einem Aufbauseminar teilnehmen und so 4 Punkte abbauen.<BR> Stehen bis zu 13 Punkte auf dem Konto, werde der Betroffene von der Verwaltung auf die Möglichkeit eines freiwilligen Aufbauseminars hingewiesen. 9 bis 13 Punkte in Flensburg berechtigen allerdings nur zu einem Abbau von 2 Punkten durch das Seminar.<BR><BR> Hat ein Kraftfahrer schon 14 bis 17 Punkte gesammelt, verpflichte die Behörde ihn zu einer Teilnahme an einem Aufbauseminar, sagt Fahrlehrer Andreas Göckemeyer. In diesem Fall kann der Betroffene allerdings keine Punkte abbauen. "Das Seminar umfasst vier Sitzungen à 135 Minuten, besteht aus mindestens sechs Teilnehmern und kostet etwa 290 Euro." Aufbauseminare dürfen nur einmal in fünf Jahren besucht werden.<BR><BR> Wurde innerhalb der vergangenen fünf Jahre bereits ein solches Seminar besucht und liegen 14 bis 17 Punkte vor, bestehe die Möglichkeit, freiwillig an einer psychologischen Beratung teilzunehmen und dadurch 2 Punkte Rabatt zu bekommen. Darauf weist Christa Eggerdinger, Fachpsychologin für Verkehrspsychologie in München, hin. Die Beratung werde in drei bis vier Terminen von je 60 Minuten Dauer vorgenommen. Die Kosten seien nicht einheitlich, dürften sich aber bei etwa 100 Euro pro Stunde bewegen.<BR><BR>Automatische Löschung</P><P>Die Einträge werden nach einer bestimmten Zeit aus dem Register entfernt. "Ordnungswidrigkeiten werden in der Regel nach zwei Jahren automatisch gelöscht", sagt Grunert. Straftaten, die nicht im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen stehen, seien nach fünf Jahren aus dem Register verschwunden. Wurde die Fahrerlaubnis entzogen oder wurden Straftaten im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen begangen, werde der Eintrag erst nach zehn Jahren entfernt.</P><P> </P>

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