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Andre Schwämmlein ist Gründer und Geschäftsführer von Flixbus. Foto: Bernd von Jutrczenka/Illustration

Kunden könnten profitieren

Flixbus mit neuer Konkurrenz: "Wir müssen weiter Gas geben"

Auch Easyjet verbindet jetzt deutsche Städte, die Bahn fährt München-Berlin in nur vier Stunden: Für Fernbus-Anbieter wird der Wind rauer. Davon könnten die Kunden profitieren.

Berlin (dpa) - Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus will sich im Rennen um die Kunden durch neue Angebote von Bahn und Luftfahrt nicht geschlagen geben. "Wir müssen weiter Gas geben", sagte Flixbus-Chef André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich glaube sehr stark an Wachstum auch in Deutschland." Mit zusätzlichen Bussen auf den wichtigen Routen und weiteren Verbindungen aus kleineren Städten in die Großstädte seien weiterhin zweistellige Wachstumraten möglich.

Das Marktforschungsinstitut IGES ist zurückhaltender. "Verbrauchern stehen somit mehr Reiseoptionen offen", sagte Geschäftsführer Christoph Gipp. "Es wird 2018 somit spannend, welche Verkehrsmittel sie wählen werden, und ob sie auch weiterhin von stabilen Preisen profitieren." Flixbus schloss Preiserhöhungen vorerst aus.

Durch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke hat die Bahn die Fahrtzeit zwischen Berlin und München um zwei auf vier Stunden verkürzt. Die Bahn hatte eine Delle bei den Passagierzahlen hinnehmen müssen, nachdem 2013 der Fernbusmarkt freigegeben worden war. Inzwischen rechnet der Bundeskonzern wieder mit Rekordwerten.

Nach der Air-Berlin-Pleite fliegt Easyjet ab Januar wöchentlich 250 Flüge zwischen Berlin und den innerdeutschen Zielen Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München.

"Das schadet niemandem", sagte Karl Hülsmann, der neue Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer der dpa. "Jeder muss versuchen, seinen Preis am Markt durchzusetzen." Und Fahrgäste und Passagiere könnten über jedes zusätzliche Angebot froh sein.

Die Zahl der Kunden im Fernbus werde weiter steigen, gab sich Hülsmann überzeugt. "Der Boom hält an, da bin ich mir sicher", sagte der Unternehmer aus Niedersachsen. "Das Mobilitätsbedürfnis der Menschen steigt: Es werden immer mehr Bürger unterwegs sein." Für die mittelständische geprägte Busbranche sei das ein Gewinn.

Flixbus hat keine eigenen Busse, sondern nimmt die Mittelständler unter Vertrag. Nach mehreren Übernahmen deckt die Vermittlungsplattform in Deutschland 94 Prozent des Marktes ab. Er umfasste im vergangenen Jahr 24 Millionen Fahrgäste.

Für 2017 rechnet der Marktführer mit rund 25 Millionen Fahrgästen in seinen Bussen, wie Schwämmlein sagte. Europaweit werden demnach bis Silvester 40 Millionen Menschen in die grünen Busse gestiegen sein, nach 30 Millionen im Vorjahr.

Noch im ersten Halbjahr 2018 sollen zudem im Bundesstaat Kalifornien die ersten Flixbusse der USA fahren. Die neue Niederlassung in Los Angeles verhandele derzeit mit den Kommunen, sagte Schwämmlein. "Es gibt da sehr viel Offenheit." US-Marktführer Greyhound halte oft außerhalb der Städte, Flixbus suche Haltestellen in den Innenstädten.

Kunden in Deutschland sollen spätestens ab dem Sommer gegen eine Gebühr auch Plätze im Bus reservieren können. Zudem will Flixbus die Information für Reisende verbessern, etwa indem sich die Position eines Busses über die App ermitteln lassen wird. Die Fahrpreise in Deutschland sollen stabil bleiben, versicherte Schwämmlein. Die Erträge steigere Flixbus, indem die Busse besser ausgelastet werden. Derzeit seien durchschnittlich 60 Prozent der Plätze belegt.

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