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Ryanair schließt Rückkehr an Flughafen Frankfurt nicht aus – und schießt gegen Lufthansa 

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Von: Marvin Ziegele

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Ein Flugzeug der Billigairline Ryanair am Flughafen Frankfurt.
Ein Flugzeug der Billigairline Ryanair am Flughafen Frankfurt. © Rüdiger Wölk/imago

Die Billigairline Ryanair sorgt mit ihrem Rückzug vom Flughafen Frankfurt für Aufsehen. Jetzt nimmt sie die Lufthansa ins Visier. 

Frankfurt – Seit kurzer Zeit ist es entschieden: Ryanair verlässt den Flughafen Frankfurt*. Die Fluggesellschaft hatte ihren Rückzug wegen der hohen Start- und Landegebühren am Flughafen Frankfurt bekannt gegeben. Bis zum 31. März dieses Jahres sollen die fünf verbleibenden Flugzeuge am Flughafen Frankfurt auf kostengünstigere Flughäfen umverteilt werden. Dennoch schließt der Billigflieger eine Rückkehr in wenigen Jahren nicht aus.

„Wir werden sicher sehr gute Gespräche zum Flugsteig G im neuen Terminal 3* führen“, sagte der Chef der Ryanair-Tochtergesellschaft Laudamotion und Deutschland-Sprecher, Andreas Gruber, am Mittwoch (12.01.2022) der dpa. Schließlich stimmten die Wachstumsziele der Gruppe und des Flughafenbetreibers Fraport gut überein.

Flughafen Frankfurt: Ryanair schließt Rückkehr nicht aus

„Letztlich hat die Preiserhöhung zum Jahresbeginn den Ausschlag gegeben. In einer Zeit, in der es darum gehen muss, den Flugverkehr wieder in Gang zu bringen, hätten wir zudem Anreize erwartet, wie sie an vielen anderen Flughäfen in Europa angeboten werden“, sagte Gruber. Als Beispiele nannte er Italien, Irland, Spanien, Stockholm-Arlanda und Wien.

„Wir brauchen auch in Deutschland mehr Airports, um unsere Wachstumsziele zu erreichen“, sagte Gruber. Im Sommer 2022 werde Ryanair nun außerhalb des Rhein-Main-Gebiets und gegen den allgemeinen Markttrend wachsen, erklärte der Manager. Das Frankfurter Flugprogramm werde kurzfristig nicht ersetzt. „Die Rechnung zahlen die Passagiere in Frankfurt und Umgebung mit deutlich höheren Ticketpreisen.“

Gleichzeitig ließ es sich Ryanair nicht nehmen, sich über die neueste Ankündigung der Lufthansa* lustig zu machen. Lufthansa müsse laut Chef Carsten Spohr im Winter „18.000 zusätzliche, nutzlose Flüge durchführen, um unsere Start- und Landerechte zu sichern“, berichtete der Spiegel. Eigentlich würde die Lufthansa diese Flüge gerne streichen, da sie dem Klima schaden würden. Außerdem fordert die EU-Kommission, dass eine Fluggesellschaft ein Zeitfenster für einen Start oder eine Landung (Slots) auch nutzen muss, damit sie ihn behalten kann.

Ryanair über Lufthansa am Flughafen Frankfurt: „Verkauft billige Tickets“

Ryanair konterte: „Wir haben die Lösung: Verkauft billige Tickets.“ Auch Ryanair-Chef Michael O’Leary sprach von den „Krokodilstränen mit Blick auf die Umwelt“ der Lufthansa. Doch die Airline sei „zu allem bereit, um ihre Zeitfenster zu retten“.

Die Lufthansa, die wichtigste Airline am Flughafen Frankfurt, reagierte auf Ryanairs Anschuldigung und behauptete, es sei nie die Rede von Geisterflügen gewesen. „Uns geht es um eine europäische Harmonisierung der Ausnahmeregelungen für die Nutzung von Start- und Landerechten im laufenden Winterflugplan. Dadurch könnten viele Tausend unnötige Flüge in Europa vermieden werden.“ (marv/dpa)

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