Flughafen-Streik zunächst beendet

Frankfurt/Main - Nach sieben Stunden ist der Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen am Donnerstagabend zunächst zu Ende gegangen. Doch der Streik soll schon in ein paar Stunden weitergehen.

In der Streikzeit zwischen 15.00 und 22.00 Uhr seien 172 von 526 ursprünglich angesetzten Flügen annulliert worden, teilte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Donnerstagabend mit.

Allerdings soll der Ausstand bereits nach wenigen Stunden weitergehen: Am Freitag hat die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) die rund 200 Mitarbeiter auf dem Vorfeld des Flughafens erneut aufgerufen, von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr in den Ausstand zu treten. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt.

Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben für Freitag bereits 250 Inlands- und Europaflüge gestrichen. Die 200 Beschäftigten vom Vorfeld wollen mit dem Streik höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen. Sie ernteten für ihr Vorgehen heftige Kritik von Passagieren, Politik und Luftverkehrswirtschaft.

Mit dem Beginn des Arbeitskampfes um 15.00 Uhr ging am Donnerstag die Zahl der möglichen Starts und Landungen merklich in die Knie, wie der Betreiber Fraport berichtete. Mindestens 150 Flüge fielen aus, Fraport-Vorstand Peter Schmitz rechnete mit weiteren Annullierungen. Die Flugsicherung hatte den Zufluss zum verkehrsreichsten Flughafen Deutschlands aus Sicherheitsgründen gedrosselt. Die im Unternehmen angeworbenen und ausgebildeten Ersatzkräfte hätten den Betrieb aber gut in den Griff bekommen, berichtete ein Sprecher am Abend. „Wir sind bei über 50 Prozent der Kapazität.“ Das hatte sich das Unternehmen als Ziel gesetzt.

Beinahe jeder dritte Flug fällt aus

Sowohl der Flughafenbetreiber Fraport als auch die Lufthansa kritisierten die Streikenden scharf. “Wir fühlen uns erpresst“, erklärte ein Fraport-Sprecher. Auch andere Gewerkschaften und Verbände verurteilten das Vorgehen der GdF als unsolidarisch und egoistisch. Die Lufthansa hatte am Donnerstag bereits 100 Flüge vorsorglich gestrichen. Das war etwa jeder dritte in der vom Streik bedrohten Zeit. Es handele sich um 50 Flugpaare mit Start und Landung in Frankfurt, erklärte eine Sprecherin der Fluggesellschaft. Darunter sei entgegen erster Ankündigungen kein Interkontinentalflug.

Fraport will trotz des Streiks mindestens die Hälfte des geplanten Verkehrs gewährleisten. Ob dies mit Hilfe ehemaliger Vorfeldbeschäftigter gelingt, war zunächst unklar. Sie wurden in den vergangenen Tagen geschult, den Flugzeugverkehr am Boden zu planen, zu überwachen und zu lenken. Die Lotsen der Flugsicherung drosselten in einem ersten Schritt den Anflug auf das wichtigste deutsche Drehkreuz.

Regulär finden in den sieben Stunden 526 Flugbewegungen statt, von denen gut 300 auf die Lufthansa entfallen. Von den Ausfällen waren insbesondere innerdeutsche und kurze Europa-Verbindungen betroffen. Am Freitag sollen in der streikbedrohten Zeit von 08.00 bis 22.00 Uhr sogar 1082 Maschinen starten oder landen. Schon wegen der gestörten Umläufe hat die Lufthansa für Freitag bereits erste Flüge gestrichen.

Der Flughafenbetreiber hatte in dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt einen Schlichterspruch des Hamburger CDU-Politikers Ole von Beust abgelehnt und eine nachfolgende Erklärungsfrist der Gewerkschaft verstreichen lassen. Man wolle lediglich auf der Grundlage des bisherigen Angebots weiterverhandeln, erklärte Personalchef Herbert Mai. Die GdF will den Spruch nach eigenen Angaben umsetzen. Mai bezifferte die verlangten Steigerungen auf 64 bis 73 Prozent gegenüber dem Status quo.

Streikrecht wird ad absurdum geführt

Sowohl der Flughafenbetreiber Fraport als auch die Lufthansa kritisierten die Streikenden scharf. „Wir fühlen uns erpresst“, hieß es bei der Fraport. Auch andere Gewerkschaften und Verbände verurteilten das Vorgehen der GdF als unsolidarisch und egoistisch. Die Lufthansa hatte am Donnerstag bereits 100 Flüge vorsorglich gestrichen. Das war etwa jeder dritte in der vom Streik bedrohten Zeit. Für den Freitag waren 125 Flugpaare betroffen, also 250 Flüge von oder nach Frankfurt. Priorität haben dabei die interkontinentalen Verbindungen, während innerdeutsch die Bahn für viele einsprang.

Regulär sollten in den sieben Stunden am Donnerstag 526 Flugbewegungen stattfinden, von denen gut 300 auf die Lufthansa entfielen. Von den Ausfällen waren insbesondere innerdeutsche und kurze Europa-Verbindungen betroffen. Am Freitag sollten in der streikbedrohten Zeit von 08.00 bis 22.00 Uhr sogar 1082 Maschinen starten oder landen.

Der Flughafenbetreiber hatte in dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt einen Schlichterspruch des Hamburger CDU-Politikers Ole von Beust abgelehnt und eine nachfolgende Erklärungsfrist der Gewerkschaft verstreichen lassen. Man wolle lediglich auf der Grundlage des bisherigen Angebots weiterverhandeln, erklärte Personalchef Herbert Mai. Die GdF will den Spruch nach eigenen Angaben umsetzen. Mai bezifferte die verlangten Steigerungen auf 64 bis 73 Prozent gegenüber dem Status quo.

Die DGB-Gewerkschaft Verdi verlangte vom Fraport-Vorstand die Rücknahme des ihrer Meinung nach bereits weit überhöhten Angebots. Angeführt von der GdF versuche eine kleine Minderheit von 200 Beschäftigten, sich auf Kosten anderer zu bereichern. „Der Betriebsfrieden ist nachhaltig gestört“, sagte Verdi-Sekretär Gerold Schaub am Flughafen.

Dass 200 von 20 000 Mitarbeitern versuchten, den Betrieb lahmzulegen, sei nicht akzeptabel und führe das Streikrecht ad absurdum, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch. „Diese Minigruppe nimmt Zehntausende Fluggäste für ihre Tarifforderungen in eine Art Geiselhaft.“

Fraport-Arbeitsdirektor Mai verlangte gesetzlichen Schutz vor dem Einfluss der Spartengewerkschaften. „Zwei Prozent der Beschäftigten dürfen einfach nicht ein Unternehmen erpressen“, sagte der frühere ÖTV-Chef. Das Gesetz müsse geändert werden, um wieder zu dem Grundsatz „ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ zurückzukehren.

Die Arbeitgeber sahen sich in ihrer Forderung nach einer gesetzlich geregelten Tarifeinheit bestätigt. Kleinere Branchengewerkschaften könnten an solch kritischen Punkten großen gesellschaftlichen Schaden anrichten, kritisierte Arbeitgeberchef Dieter Hundt in Berlin. Er bedauere es sehr, dass sich die Bundesregierung bislang nicht zu einer Regelung der Tarifeinheit habe durchringen können.

dpa

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