+
Flughafen Frankfurt-Hahn in Lautzenhausen.

Für rund zehn Millionen

Chinesischer Investor kauft Flughafen Hahn

Hahn - Ein chinesischer Investor kauft den verlustreichen Flughafen Frankfurt-Hahn. Auch nach der Privatisierung soll der ehemalige US-Fliegerhorst mit Millionen an Steuergeldern unterstützt werden.

Der Verkauf des angeschlagenen Hunsrück-Flughafens Hahn an einen chinesischen Bieter ist nach dpa-Informationen vertraglich besiegelt. Die Zustimmung der Politik steht noch aus, gilt aber als sicher.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) lud für diesen Montag (6. Juni) zu einer Pressekonferenz (11.00 Uhr) an dem Airport ein. Nach dpa-Informationen geht es um den notariell besiegelten Verkauf der 82,5 Prozent der Anteile von Rheinland-Pfalz.

Die übrigen 17,5 Prozent an dem Flughafen hält Hessen. Ein Sprecher des hessischen Finanzministeriums sagte: "Für unsere Anteile verhandeln wir noch und sind auf der Zielgeraden." Dem Vernehmen nach geht es um denselben chinesischen Investor - er soll seinen Sitz in Shanghai haben. Zuletzt waren noch drei asiatische Bieter im Rennen gewesen. Beim Verkaufspreis für den gesamten Flughafen ist eine Summe von grob rund zehn Millionen im Gespräch. 

Verhandlungen wohl in wenigen Wochen abgeschlossen

Erwartet wird, dass auch die Verhandlungen über die hessischen Anteile in wenigen Wochen abgeschlossen sind. In Rheinland-Pfalz muss formal noch der Landtag zustimmen, in Hessen neben dem Kabinett der Haushaltsausschuss des Parlaments.

Auch nach seiner Privatisierung soll der defizitäre ehemalige US-Fliegerhorst Hahn mit Millionen an Steuergeld unterstützt werden. Bis 2024 dürfen gemäß den EU-Flughafenleitlinien noch Betriebs- und Investitionsbeihilfen in Höhe von bis zu rund 50 Millionen Euro fließen. 

Die CDU-Opposition im rheinland-pfälzischen Landtag kritisierte, die frühere rot-grüne Landesregierung habe den Flughafen Hahn fast in die Insolvenz geführt. "Es ist zu befürchten, dass bei einem solchen Notverkauf eher der Käufer als der Verkäufer die Bedingungen stellt."

Die CDU kritisierte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die jetzt eine rot-gelb-grüne Regierung führt: "Eines bleibt festzuhalten: Unter Frau Dreyer wurde der Nürburgring russisch und der Hahn chinesisch. Schöne Bilanz, Frau Dreyer!" Der Nürburgring war 2012 pleite gegangen und gehört heute der NR Holding um den russischen Pharmaunternehmer Viktor Charitonin.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Frankfurt/Main (dpa) - Der Online-Portalbetreiber Scout24 übernimmt das Finanzportal Finanzcheck.de. Der Kaufpreis beläuft sich auf 285 Millionen Euro, wie der …
Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.