Flughafen München: Rekordzahlen verleihen Rückenwind

München - Der Boom am Münchner Flughafen hält an. Die Rekordzahlen sollen jetzt die Großprojekte Magnetschwebebahn und dritte Startbahn vorantreiben. Außerdem will die Flughafen-GmbH abgespeckte EU-Sicherheitsbestimmungen.

Mit einer Passagiersteigerung von 10,2 Prozent im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem Vorjahreszeitraum wächst der Flughafen nicht nur am zweitschnellsten in Europa (nur Madrid ist rasanter), damit wurden auch die eigenen Prognosen bei weitem übertroffen (siehe Kasten). "Also wird die Dringlichkeit der Kapazitätssteigerung immer deutlicher", so der Chef der Münchner Flughafen-GmbH (FMG) Michael Kerkloh. Schon jetzt gebe es zeitlich keine Verkehrstäler mehr, "wir haben ein durchgängiges hohes Verkehrsplateau." Ohne dritte Piste gebe es künftig mehr Verspätungen in der Luft und am Boden. "Zudem sind große Verkehrskonzepte für Airlines, die an München als Standort glauben, ohne dritte Startbahn problematisch," sagte Kerkloh.

Seinen Angaben zufolge könnte der Flächenbedarf für die geplante dritte Piste um rund 300 Hektar, also ein knappes Drittel, reduziert werden, wenn die Staatsstraße 2084 zwischen die bestehende Nord- und die geplante dritte Piste verlegt wird. An den Betroffenheiten der Umlandbewohner ändere sich aber nichts, "da sich Lage und Länge der Bahn nicht verändere. Mittelfristig werde auch an eine Erweiterung der Terminalkapazitäten gedacht.

Kämpferisch wird der Flughafenboss, wenn es um die Rolle der Luftfahrt bei der Klimaerwärmung geht: "Der Anteil des Luftverkehrs an den globalen CO2-Emissionen beträgt 2,2 Prozent. Ein einziges deutsches Braunkohlekraftwerk emittiert jährlich so viel Kohlendioxid wie die gesamte Lufthansa-Flotte in 18 Monaten."

Kerkloh bekräftigte seine Forderung nach dem umstrittenenen Transrapid vom Hauptbahnhof zum Münchner Flughafen. "Es wäre grob fahrlässig, das Projekt in diesem späten Stadium noch zu stoppen", sagte er. Der Transrapid sei bereits Ende des Jahres baureif. Alternativprojekte wie eine schnelleren S-Bahn würden noch etwa 15 Jahren dauern.

Von der EU forderte Kerloh, dass sie ihre Sicherheitsmaßnahmen "auf ihre Effizienz und Praxistauglichkeit" überprüft. So bezweifelt er etwa den Sinn der Flüssigkeitsverordnung.

Flughafen in Zahlen

Passagiere: 16 Millionen (plus 10,5 Prozent)

Fracht: 120 000 Tonnen (plus 13 Prozent)

Flugbewegungen: 210 000 Starts und Landungen

Auslastung: 71,4 Prozent, der Sitzladefaktor stieg damit um 0,8 Prozentpunkte

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