Flughafen München: Warum Eichel seine Anteile nicht los wird

- München - Es ist zweifellos das modernste und mit hoher Sicherheit das wachstumsstärkste Unternehmen seiner Art in Deutschland. Ein Schmuckstück, das Hans Eichel gern zu Geld machen würde. So zumindest sieht es der Steuerkompromiss vor. Dennoch spricht viel dafür, dass der Bundesfinanzminister seine 26 % am Münchner Flughafen nicht losbringen wird.

<P>Das weiß der Minister und das wissen auch seine Gegenspieler - zumindest in München. Die erzwangen im Vermittlungsverfahren von der Bundesregierung, zusätzliche Privatisierungserlöse einzuplanen, um den Kreditanteil der Gegenfinanzierung zurückzufahren. Eine Milliarde Euro sollen nun der Duisburger Hafen, der Flughäfen Köln/Bonn, Frankfurt und eben München bringen. Den letzten Posten von dieser Liste könnte Eichel gleich wieder streichen. Entweder er bekommt woanders mehr oder er muss mehr Schulden machen. Denn gerade weil der Flughafen so neu ist, bleibt er für Investoren weitgehend uninteressant.</P><P>Obwohl privatwirtschaftlich organisiert, soll der Flughafen gar keine Gewinne abwerfen. Jeder Euro wird gleich wieder investiert. Und weil das nicht reicht, um den ehrgeizigen Wachstumskurs zu finanzieren, türmen sich hohe Schuldenberge im Erdinger Moos.</P><P> Allein 1,3 Milliarden Euro haben Bund, Freistaat, und die Stadt München als Gesellschafterdarlehen vorgestreckt. Dafür bekommen sie erst dann Zins und Tilgung, wenn der Flughafen doch einmal Gewinn abwirft. Dieses Malheur ist aber bisher erst einmal passiert.</P><P>Das lastet wie Blei auf den Verkaufshoffnungen. Ist der Bund als Gesellschafter draußen, wäre er, so sagen Beobachter, an die entsprechende Gesellschafter-Vereinbarung nicht mehr gebunden. Das Risiko möglicher Zinszahlungen würde ein Investor kaum eingehen. Davon kann die Stadt München bereits ein Lied singen. Seit rund zehn Jahren sucht sie nach Flughafen-Interessenten - ohne Erfolg.</P><P>Dazu kommt, dass jeder Einsteiger Junior-Partner bliebe. Selbst wenn ein Investor die 23 Prozent der Stadt München und die 26 Prozent des Bundes bekäme - hätte er es mit den 51 % des Freistaates zu tun. Und der Mehrheitsgesellschafter will weder verkaufen, noch den Flughafen so umstrukturieren, dass er zügig zum lohnenden Finanzinvestment für private Investoren würde. Er bleibt trotz privater Rechtsform allein ein Infrastrukturprojekt für den Standort Bayern.</P><P>Auch in Frankfurt ist derzeit mit dem Flughafen von privaten Investoren kein Geld zu holen (lediglich für Köln-Bonn hat der Baukonzern Hochtief Interesse bekundet). Die Möglichkeit einer Platzhalterlösung, bei der Anteile bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau geparkt werden hat auch nur Sinn, wenn ein späterer Verkauf an Privat möglich wäre - und bleibt damit auf Aktien von Post und Telekom beschränkt. </P><P> </P>

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