Flughafen Salzburg setzt auf Passagiere aus Südostbayern

- Salzburg - Die Mozart-Stadt ist nicht nur ein Reiseziel, sie ist für viele Menschen im südostbayerischen Raum längst auch ein Ausgangspunkt für Urlaubsreisen. Neben dem florierenden Chartergeschäft versucht "Salzburg Airport" nun verstärkt im Linienverkehr Fuß zu fassen. Vier neue Ziele in Deutschland zeigen auch: Eine wichtige Zielgruppe sind die Geschäftsflieger im Bereich Chiemgau-Rosenheim.

<P>"Je größer München wird, desto attraktiver wird Salzburg", sagt man selbstbewusst und wirbt auch mit den überschaubaren Dimensionen: Deutlich über 20 Millionen Passagiere hat München, auf 1,3 Millionen kommt Salzburg voraussichtlich in diesem Jahr. Das bedeutet auch: kürzere Schlangen, zügigere Abfertigung und insgesamt eine familiärere Atmosphäre. Lediglich beim Parken ist Salzburg nicht billiger als der große Konkurrent im Westen. Das aber liegt, so die Flughafengesellschaft, an der Lage in der Stadt, in der Parkhäuser einfach teurer sind. Bei den Charterfliegern kommt man hier mit Parktickets im Arrangement entgegen, Geschäftsflieger lockt man mit niedrigen Flugpreisen. <BR><BR>Hapag-Lloyd Express (HLX) wirbt für Flüge ab Salzburg mit Preisen ab 19,99 Euro. Ab November geht es drei mal pro Woche nach Hannover und fünf mal nach Köln-Bonn. Ab Dezember geht es auch noch fünf mal wöchentlich nach Berlin (Tegel) und Hamburg.<BR><BR>Zwar gibt es bereits heute weit mehr Linienflüge nach Deutschland. So fliegt Austrian Airlines bereits drei mal täglich von Salzburg nach Düsseldorf und vier mal nach Frankfurt. Doch dies dient vor allem der Bedienung internationaler Drehkreuze. Als Direktflüge allerdings sind diese Anbindungen für viele zu teuer: 500 bis 600 Euro kostet das Ticket. Auf 65 bis 80 Euro kommt der Durchschnittspreis des neuen Billig-Fliegers. Austrian dagegen war für die meisten Passagiere nur als Zubringerdienst für weltweite Anschlussflüge der "Star Alliance" erschwinglich.<BR><BR>Mit den "Low-Cost-Airlines" hat Salzburg bislang gute Erfahrungen gemacht. So fliegt Ryanair zwei mal täglich nach London-Stansted, einem der beiden Drehkreuze des Billig-Flug-Pioniers. Insgesamt sind die Verbindungen nach England recht gut: Jeweils einmal täglich werden nämlich auch Birmingham und Southampton angeflogen, künftig soll auch noch Coventry dazukommen.<BR><BR>Doch zieht es die Salzburger Passagiere auch weiter in den Norden: Ab Dezember gibt es einen Direktflug nach Sankt Petersburg und ab Januar einen nach Oslo. Eher als Anbindung an internationale Drehkreuze dienen dagegen die Flüge der österreichischen Styrian: Als Partner von "Sky-Team" um Air France fliegt sie dreimal täglich Amsterdam und Zürich an und zweimal Paris.<BR><BR>Die neuen Flüge von Salzburg nach Deutschland sollen nicht nur ein Angebot für Geschäftsflieger sein, Österreich will mit ihnen auch den eigenen Tourismus ankurbeln. Immerhin 30 % der deutschen Urlaubsgäste kommen aus dem Norden. Sie können bislang unvermeidliche Staus jetzt auf dem Luftweg hinter sich lassen, wirbt Salzburg Airport.<BR><BR>Das Problem eines anderen Flughafens, der sich neben München in Südbayern etablieren wollte, hat Salzburg nicht. Die kurze Start- und Landebahn in Augsburg verhindert weitestgehend den Einsatz von Jets. Die können auf über zwei Kilometern Länge in Salzburg problemlos landen. Selbst die Concorde war da, als sie noch fliegen durfte, freut man sich beim Salzburger Flughafen.<BR><BR>Und lärmempfindliche Anwohner, die sich gegen den Flughafen sperren, hat man bereits durch ein Nachtflugverbot besänftigt. Zur Ferien-Hochsaison, wenn die Charterbewegungen erheblich zunehmen. Dann sind, wie ein Sprecher des Salzburger Flughafens sagt, "unsere Nachbarn in Urlaub".<BR></P><P><BR> </P>

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