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Die geringere Flugzahl bringt die DFS auch in wirtschaftliche Probleme.

Wirtschaftliche Probleme

Flugsicherung erwartet weniger Flüge

Frankfurt/Main - Der Luftraum über Mitteleuropa gehört zu den dichtesten der Welt. Doch der Luftverkehr entwickelt sich nicht so dynamisch wie erwartet und verursacht so auch den Lotsen wirtschaftliche Probleme.

Die Zahl der Flugbewegungen im deutschen und europäischen Luftraum könnte nach Einschätzung der Deutschen Flugsicherung (DFS) auf Jahre hinaus stagnieren. In den ersten vier Monaten des Jahres lag die Zahl in Deutschland erneut 4,2 Prozent unter den Werten aus dem Vorjahr, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle am Dienstag in Langen bei Frankfurt. Er halte es durchaus für möglich, dass die Zahlen ähnlich wie in den USA bis zu zehn Jahre lang stagnieren.

Im vergangenen Jahr hatte es bei den Flugzahlen einen ersten Einbruch seit dem Krisenjahr 2009 gegeben. 2012 hatten die Lotsen 2,99 Millionen Flüge geleitet, bei denen es drei gefährliche Annäherungen von Flugzeugen untereinander gab. Im Rekordjahr 2008 waren es noch 3,15 Millionen Flüge bei vier solcher Annäherungen.

Die geringere Flugzahl bringt die bundeseigene DFS auch in wirtschaftliche Probleme, da die Prognose für dieses Jahr sogar um 10,9 Prozent unterschritten wurde. Auf dieser Grundlage seien aber die Gebührensätze berechnet worden, sagte Scheuerle. Er werde sich dafür einsetzen, in Zukunft die tatsächlichen Kosten der Flugsicherung als Planungsgrundlage heranzuziehen. Im operativen Geschäft macht die DFS nach eigenen Angaben wegen der europäischen Regulierungsvorgaben ein Defizit von 29 Millionen Euro jährlich.

Reißverschlussverfahren auf der Startbahn

Die geringere Nachfrage nach Flügen lässt aktuelle Probleme am größten deutschen Flughafen in Frankfurt verblassen. Nach DFS-Angaben ist derzeit der unabhängige Startbetrieb auf der Startbahn West und der Central-Bahn in Betriebsrichtung West nicht möglich. Grund sind die zu häufigen Abweichungen der startenden Maschinen von den vorgegebenen Routen im Südwesten des Flughafens, die zu gefährlichen Annäherungen der Flugzeuge hätten führen können.

Die beiden Startbahnen würden daher zur Zeit im Reißverschlussverfahren freigegeben und die Piloten auf die engere Einhaltung der Routen geschult. Die für Frankfurt angestrebte maximale, derzeit aber noch nicht benötigte Kapazität von 126 Flugbewegungen könne derzeit mit 96 Slots nicht erreicht werden.

Im Jahr 2012 kam es nach DFS-Angaben bei den von ihr kontrollierten Flügen zu drei Fällen unmittelbarer Gefährdung von Flugzeugen. In einem Fall bei Nürnberg und zweien bei Mannheim seien aber keine Passagiermaschinen betroffen gewesen. Die DFS habe keinen der Vorfälle verursacht. Im Jahr zuvor hatte es ebenfalls drei Fälle dieser Kategorie sowie einen schwächeren gegeben.

dpa

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