Flugtickets im Supermarkt

- Berlin - Premiere beim Discounter: Als erste deutsche Fluggesellschaft hat der Billigflieger Air Berlin am Donnerstag Tickets im Supermarkt verkauft. Insgesamt waren bei Penny in bundesweit mehr als 2000 Filialen 100 000 Gutscheine zum Preis von jeweils 29 Euro im Angebot. Die Nachfrage war unterschiedlich: In Berlin meldeten die ersten Filialen schon nach wenigen Minuten "ausverkauft". In anderen Niederlassungen hatte dagegen kaum jemand Interesse. Bei einer ähnlichen Aktion hatte die Deutsche Bahn kürzlich mehr als eine Million Billig-Fahrscheine verkauft.

Im Unterschied zum Sonderangebot der Bahn, das vor sechs Wochen einen Riesen-Andrang beim Penny-Konkurrenten Lidl ausgelöst hatte, gab es diesmal aber kaum Warteschlangen. Auf das größte Interesse stieß die Aktion in Berlin, wo auch die meisten Strecken im Angebot waren. In einer Penny-Filiale am Kurfürstendamm waren die Gutscheine fast sofort vergriffen. Auch in Städten wie Kiel und Schwerin waren sie schnell ausverkauft. Anderswo war das Interesse gering: In München oder Leipzig zum Beispiel mussten Kunden enttäuscht feststellen, dass von dort aus kein einziger Billig-Flug startet.Genaue Angaben zur Zahl der verkauften Gutscheine machte Penny am Donnerstag noch nicht. "Es gibt aber noch Tickets", sagte Sprecher Andreas Krämer. Die ursprünglich auf einen Tag begrenzte Aktion wird deshalb verlängert: Übrig gebliebene Gutscheine werden auch in den nächsten Tagen noch verkauft.An der Aktion hatte es bereits im Vorfeld Kritik von Verbraucherschützern gegeben. Die Stiftung Warentest rechnete vor, dass pro Filiale nur 48 Gutscheine zur Verfügung standen. Weil die Gutscheine nur für eine einfache Strecke gelten, braucht ein Paar für Hin- und Rückflug vier Scheine. Mehr Gutscheine bekam ein Kunde auch nicht. Im Unterschied zum Sonderangebot der Bahn konnten bei Air Berlin allerdings noch je 100 000 Tickets für 29 Euro in Reisebüros und im Internet gebucht werden.Die gekauften Gutscheine können nicht für alle Air-BerlinVerbindungen genutzt werden, sondern nur für Flüge in neun europäische Städte. Die Maximal-Ersparnis beträgt 50 Euro, weil nur Flüge gebucht werden können, die nicht teurer als 79 Euro sind. Ursprünglich sollte damit auch nur vom 1. November bis zum 18. Dezember geflogen werden dürfen. Erst nach Protesten von Verbraucherschützern wurde der Reisezeitraum bis Ende Februar 2006 verlängert.Von anderen Billigfliegern wie Hapag Lloyd Express (HLX) oder Germanwings wurde das Sonderangebot genau beobachtet. In der Branche gab es schon längere Zeit Überlegungen, den Verkauf von BilligTickets beim Discounter zu testen. An einen regelmäßigen Verkauf an der Kasse denkt bislang allerdings niemand. Auch Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel sagte: "Das ist eine Marketing-Aktion, die man von Zeit zu Zeit wiederholen kann. Aber wir werden sicherlich nicht dauerhaft Flüge im Supermarkt verkaufen."

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