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Die Abwrackprämie ist extrem begehrt. 420 000 Anträge liegen vor. Das Geld reicht für maximal 600 000 Autos.

Abwrackprämie

Fördertopf könnte schon im März leer sein

München -Die Nachfrage nach der Abwrackprämie für Altautos ist doppelt so hoch wie bislang bekannt. Autohändler jubeln. Der Fördertopf könnte aber schon Ende März leer sein.

Der hierzulande durch die Abwrackprämie ausgelöste Autoboom sprengt alle Erwartungen. "Wir können rund 420 000 mit einer Umweltprämie hinterlegte Kaufverträge vorlegen", freute sich der Präsident vom Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes, Robert Rademacher, im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse in München. Damit werde der Fördertopf aber weit vor dem gesetzten Termin Ende 2009 leer sein. Die Autohändler schätzen, dass es bereits Ende dieses Monats so weit ist. Sie fordern deshalb wie Autohersteller und ADAC, die Deckelung der Prämie auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro anzuheben und sie nur zeitlich bis Ende 2009 zu begrenzen.

Der Bund lehnt das bislang kategorisch ab und will maximal 600 000 Autokäufe fördern. Nun ist aber klar, dass gut zwei Drittel des Volumens faktisch ausgeschöpft sind. Damit droht ein frühes Ende des Prämienbooms, das den Herstellern besonders gefragter Kleinwagen und Autohändlern derzeit eine Sonderkonjunktur beschert. Auf deren Auslaufen folge ein Loch, warnte Rademacher.

Die Autobranche, deren Geschäfte derzeit weltweit einbrechen, hofft auf ein Ende ihrer Krise Anfang 2010. Um die Zeit bis dahin in Deutschland zu überstehen, sei staatliche Überbrückung per Abwrackprämie bis Ende 2009 nötig. Machbar sei das, weil sich die Prämie zu rund drei Vierteln selbst finanziert, sagt Rademacher. Denn beim Kauf eines Neuwagens fließen an den Staat 19 Prozent Mehrwertsteuer, was im Schnitt 72 Prozent der Förderprämie von 2500 Euro je Auto ausmacht.

Die findet nach den neuen Daten des Kfz-Gewerbes weit mehr Zuspruch als bisher bekannt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), das die Anträge annimmt, hatte zuletzt von rund 200 000 Anforderungen gesprochen, also der Hälfte des vom Handel genannten Volumens. Der Grund für die große Differenz liegt in den teils langen Lieferzeiten von Neuwagen. Geltend gemacht werden kann die Prämie nämlich bislang erst bei Zulassung des neuen Autos. Ab Ende März sollen Käufer sich die Prämie schon bei Vorlage eines Kaufvertrags reservieren lassen können. Das dann rasch zu tun, ist angesichts der wahren Nachfrage offenkundig äußerst ratsam.

Besonders profitiert von der Abwrackprämie VW. Auf die Hauptmarke aus Wolfsburg entfalle mit rund 100 000 Verträgen ein Viertel aller auf die Prämie zurückgehenden Käufe, weiß das Kfz-Gewerbe. Weitere 49 000 Verkäufe kämen auf die VW-Tochtermarke Skoda. Trotz des nun im Kfz-Handel ausgelösten Stimmungsumschwungs bleibe dessen Lage grundsätzlich prekär, stellte Rademacher klar. 2008 hätten 650 von nun noch 39 100 Betrieben schließen müssen. Gut 6000 Arbeitsplätze seien verschwunden, weil Kfz-Händler und Werkstätten im Schnitt erstmals rote Zahlen geschrieben hätten. Die negative Rendite liege 2008 zwischen 0,2 und 0,5 Prozent. Das sei ein historisches Tief.

2009 werde sich die Negativentwicklung fortsetzen, schätzt der Zentralverband. Denn die Abwrackprämie könne die sonst negativen Tendenzen gerade kompensieren und die Pkw-Neuzulassungen hierzulande bei gut drei Millionen Autos in etwa stabil halten.
Was die Verbrauchergunst anbelangt, bestätigt der Zentralverband des Kfz-Gewerbes einen forcierten Trend zu kleinen, spritsparenden Autos. Deshalb sei der Durchschnittspreis für einen Neuwagen um gut ein Prozent auf 25 660 Euro gefallen. Der Preis für einen Gebrauchten sei um 3,5 Prozent auf im Schnitt 8690 Euro gestiegen. Verlierer sei 2008 die Oberklasse mit einem Absatzminus von gut 17 Prozent und das Segment Geländewagen mit einem Rückgang von 23,5 Prozent gewesen.

Thomas Magenheim-Hörmann

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