+
Reiswaffel und andere Baby-Lebensmittel aus Reis sind mit Arsen belastet, berichtet Foodwatch. 

Labortests beweisen es 

Foodwatch: So giftig sind Baby-Lebensmittel mit Reis

Reiswaffeln, Reisbrei und Reisflocken - das Lebensmittelangebot für Babys mit Reis ist groß. Doch Reis ist häufig mit krebserregenden Stoffen belastet. Das ist bekannt und sorgt für Kritik. 

Berlin - Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Hersteller von Baby-Nahrungsmitteln aus Reis dazu aufgerufen, die Belastung mit Arsen in ihren Produkten zu minimieren. Bei einem Labortest von Reisflocken und Reiswaffeln sei in allen untersuchten Proben krebserregendes anorganisches Arsen nachgewiesen worden, teilte Foodwatch am Freitag mit. Einige Produkte seien dabei deutlich stärker belastet gewesen als andere.

Labortest zeigen dramatische Werte

Foodwatch zufolge enthielt eine Probe des Produkts "Bio-Babybrei Reisflocken" des Herstellers Holle fast viermal so viel Arsen wie der "Sun Baby Bio Reisbrei" von Sunval. Die "Hipp Apfel Reiswaffeln" waren demnach fast dreimal so stark belastet wie die "Reiswaffeln Apfel-Mango" der Hipp-Tochterfirma Bebivita. Zwar lasse sich bei Reis eine Arsen-Belastung nicht gänzlich vermeiden, erklärte die Verbraucherorganisation. Die deutlichen Unterschiede zeigten jedoch, dass es die Hersteller selbst in der Hand hätten, die Belastung zu minimieren.

"Babys und Kleinkinder müssen vor krebserregenden Stoffen wie anorganischem Arsen bestmöglich geschützt werden", forderte Johannes Heeg von Foodwatch. Es sei "inakzeptabel, dass einige Produkte drei- bis viermal so viel Arsen enthalten wie andere", kritisierte er.

Arsen ist von Natur aus in der Erdkruste vorhanden. Über das Grundwasser kann das chemische Element ins Trinkwasser gelangen und von Pflanzen aufgenommen werden. Reis nimmt besonders viel Arsen auf. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge gibt es für das als krebsauslösend klassifizierte anorganische Arsen keine sicheren Aufnahmemengen. Deshalb vertritt das Institut die Auffassung, dass die Hersteller die Belastung so niedrig wie möglich halten sollen.

Eltern empfiehlt das BfR, Lebensmittel aus Reis wie Reiswaffeln oder Reisbrei nur in Maßen zu geben und mit reisfreien Produkten abzuwechseln. Reis solle dennoch weiterhin Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Foodwatch forderte die Hersteller auf, auf der Verpackung über die Verzehrempfehlung des BfR zu informieren.

jm/hcy

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Merkel berät mit Konzernchefs Maßnahmen gegen Fahrverbote
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Chefs deutscher Autokonzerne beraten in Berlin über Maßnahmen gegen Diesel-Fahrverbote in Städten. An dem für …
Merkel berät mit Konzernchefs Maßnahmen gegen Fahrverbote
Comcast setzt sich in der Bieterschlacht um Sky durch
Tauziehen um Sky: Wem gehört künftig der attraktive Bezahlsender? Die Frage ist nach langem Gerangel geklärt.
Comcast setzt sich in der Bieterschlacht um Sky durch
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
Ein Facebook-User ist wirklich angewidert: Aldi-Mitarbeiter scheuchten eine Obdachlose vom Gelände und werden ausfallend. Jetzt erklärt sich das Unternehmen. 
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China erreicht an diesem Montag eine neue Eskalationsstufe. Dann greifen weitere Strafzölle. Reißt jetzt auch der Gesprächsfaden …
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit

Kommentare