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Der zweitgrößte US-Autobauer Ford kommt in Europa nicht aus den Miesen. Foto: Daniel Karmann

Ford kriegt in Europa nicht die Kurve

Dearborn (dpa) - Nach einem kurzen Ausreißer in die Gewinnzone schreibt Ford in Europa wieder rote Zahlen.

Der US-Autobauer verlor im dritten Quartal 439 Millionen Dollar (347 Mio Euro) auf seinem wichtigsten Auslandsmarkt, wie er am Freitag mitteilte.

Im Vorquartal war nach langer Durststrecke erstmals wieder ein kleiner Gewinn gelungen. Der zweitgrößte US-Autokonzern geht davon aus, im gesamten Geschäftsjahr 1,2 Milliarden Dollar in Europa einzubüßen. Vor allem Russland belastet.

Auch insgesamt läuft es schleppend. Der Konzern verdiente von Juli bis September unter dem Strich 835 Millionen Dollar - mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 2,5 Prozent auf 34,9 Milliarden Dollar.

Die Geschäfte im Heimatmarkt Nordamerika gingen wegen einer Werksschließung zurück. Um die Produktion auf den neuen Pickup-Truck F-150 umzustellen, musste eine Fabrik in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan für fünf Wochen den Betrieb stoppen.

Die heftigsten Umsatzeinbußen gab es in Südamerika, Ford macht die schwache Konjunktur in Brasilien sowie Importbeschränkungen Argentinien und Dollarengpässe in Venezuela verantwortlich. In Asien, vor allem in China, ist Ford im Aufwind.

Auch in Europa konnten die Verkäufe zuletzt gesteigert werden. Den Ausblick für das Geschäftsjahr ließ das Management unverändert - er war aber auch erst vor einem Monat gesenkt worden.

Ford hatte Aktionäre auf seinem Investorentag Ende September mit einer Gewinnwarnung geschockt, deshalb waren die Erwartungen an den Finanzbericht nicht hoch.

Analysten hatten mit schwächeren Zahlen gerechnet. Die Aktie stieg zum Handelsstart in New York um rund drei Prozent. Ford-Chef Mark Fields vertröstete Anleger. Im dritten Quartal sei massiv in neue Produkte und Technologien investiert worden. "Das wird starkes, profitables Wachstum ab Anfang des nächsten Jahres bringen."

Fields hatte den Top-Job bei Ford Anfang Juli von Alan Mulally übernommen und war zuvor die Nummer zwei. Für seine Aufgabe, die Verkäufe in den USA wieder anzukurbeln, das Europageschäft wie geplant 2015 in die Gewinnzone zurückzuführen und die Stellung auf dem boomenden asiatischen Markt auszubauen, hätte er sich wohl einen besseren Start gewünscht.

Ford peilt an, 2014 vor Steuern sechs Milliarden Dollar zu verdienen. Damit würde der Gewinn 2,5 Milliarden Dollar niedriger liegen als im Vorjahr. "Unser Fokus liegt weiter darauf, das Geschäft profitabel auszubauen, unsere Investitionen in diesem Jahr haben den Grundstein für zukünftige Erfolge gelegt", sagte Finanzchef Bob Shanks.

Ford-Mitteilung

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