Ford verkauft Jaguar und Land Rover an indische Tata Motors

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Detroit/London (dpa) - Bei den britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover sitzt künftig der indische Autobauer Tata Motors am Steuer.

Der mit Milliardenverlusten kämpfende US-Konzern Ford verkauft die beiden Branchen-Ikonen für 2,3 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) in bar an den rasch expandierenden indischen Hersteller. Tata Motors sorgte erst zu Jahresbeginn mit dem 1700-Euro-Auto "Nano" für Aufsehen. Erstmals übernimmt damit ein indischer Hersteller einen großen westlichen Autobauer.

Der zweitgrößte US-Autobauer hatte die zwei britischen Firmen mit 16 000 Beschäftigten Mitte vergangenen Jahres zum Verkauf gestellt. Die Nobelmarke Jaguar fährt Experten zufolge seit Jahren in den roten Zahlen, während der Geländewagenbauer Land Rover profitabel ist.

Ford erzielt bei dem Verkauf weit weniger als die Hälfte des Preises, den der Konzern einst für die beiden Marken zahlte. Seither soll Ford zudem rund zehn Milliarden Dollar investiert haben. Der US- Konzern zahlt im Gegenzug zum Kaufpreis überdies nochmals bis zu rund 600 Millionen Dollar in die Pensionsfonds von Jaguar und Land Rover ein und unterstützt Händler noch bis zu ein Jahr lang finanziell.

Die britischen Gewerkschaften begrüßen den Zuschlag für Tata vor allem wegen der Jobgarantien. Für die Beschäftigten in mehreren Werken in Mittelengland seien keine wesentlichen Veränderungen zu erwarten, versicherten Tata Motors und Ford. Die beiden Konzerne hatten seit Monaten verhandelt, der Zuschlag für den bevorzugten Bieter Tata war erwartet worden. In einem Bieterrennen stach Tata den ebenfalls indischen Autobauer Mahindra & Mahindra sowie Finanzinvestoren aus.

Ford liefert weiter Motoren und andere Autoteile an die zwei Hersteller. Der Verkauf soll bis Jahresmitte abgeschlossen sein. "Jaguar und Land Rover sind zwei herausragende Marken", sagte Ford- Chef Alan Mulally. Er sei zuversichtlich, dass sie unter dem neuen Dach weiter wachsen würden. Tata-Chef Ratan Tata versprach, die Identität der beiden britischen Hersteller unangetastet zu lassen. "Wir haben großen Respekt vor beiden Marken."

Tata Motors ist vor allem an der Technologie der Traditionsmarken und an einer neuen wohlhabenden Kundschaft interessiert. So erhält der Konzern Zugang zu den westlichen Automärkten. Der Hersteller dominiert den indischen Lastwagen-Markt und produziert daneben bisher vor allem Kleinwagen.

Der Autobauer ist Teil des rasch expandierenden indischen Mischkonzerns Tata. Die Geschäfte der Gruppe mit fast 100 Firmen und 300 000 Mitarbeitern reichen von Stahl über Lebensmittel bis hin zu Hotels. Tata ist seit Jahren weltweit auf milliardenschwerer Einkaufstour. So übernahm Tata unter anderem in Großbritannien den Stahlproduzenten Corus und den Teekonzern Tetley.

Ford hatte Jaguar 1989 für rund 2,5 Milliarden Dollar übernommen, Land Rover kam im Jahr 2000 für 2,75 Milliarden Dollar zu dem US- Konzern. Beide Marken waren Teil der früheren Premier Automotive Group im Konzern. Vergangenes Jahr verkaufte Ford bereits den Sportwagenbauer Aston Martin. Der ebenfalls mit Verlusten kämpfende schwedische Autobauer Volvo als letzte Marke des Bereichs soll nach bisherigen Aussagen im Konzern bleiben.

Ford werde sich nun auf die globale Integration der Marke Ford konzentrieren, kündigte Mulally an. Von 2009 an soll der Konzern wieder Gewinne einfahren. In den vergangenen beiden Jahren häufte Ford vor allem wegen der Verluste auf dem US-Heimatmarkt ein Minus von insgesamt 15 Milliarden Dollar an.

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