Ford will Jaguar und Land Rover verkaufen

Auto: - London - Der britische Premierminister Tony Blair sieht bei einem möglichen Verkauf von Jaguar und Land Rover durch den US-Autobauer Ford die Zukunft der britischen Luxusmarken nicht gefährdet.

"Wir glauben weiterhin, dass Land Rover und Jaguar sehr erfolgreiche Unternehmen sind", sagte Blairs Sprecher. "Sie werden eine erfolgreiche Zukunft haben." Der kriselnde Autokonzern Ford plant nach Medienberichten, die Traditionsmarken zu verkaufen. Die Regierung sei mit Ford in Gesprächen, sagte der Sprecher.

Britische Gewerkschaftsführer warnten vor einem Verkauf. Es gebe massive Bedenken, dass zahlreiche Jobs wegfallen, sagte Dave Osborne von der Gewerkschaft Unite. Jaguar beschäftigt in Großbritannien rund 10.000 Mitarbeiter, Land Rover rund 9000. Es wird erwartet, dass Ford in den kommenden Tagen eine Mitteilung zu dem Verkauf macht.

Der kriselnde Autobauer erwartet nach Marktberichten ein großes Interesse von Finanzinvestoren für die beiden Marken, wogegen sich die Gewerkschaften sträuben. Am Vortag wurde bekannt, dass Ford bereits drei Investmentbanken für den Verkauf engagiert hat. Jaguar gehört seit 1989 und Land Rover seit 2000 zu Ford.

Jaguar und Land Rover sollen der "Financial Times" zufolge als Paket verkauft werden. Der Verkauf der schwedischen Marke Volvo, die auch zu Fords Premier Automotive Group gehört, stehe nicht zur Debatte. Die als mögliche Interessenten gehandelten Autohersteller Fiat und Renault hätten jegliche Kaufpläne dementiert.

Auch der Finanzinvestor Alchemy Partners, dem nachgesagt wurde, ein Gebot von 3 Milliarden Pfund zu planen, habe Kaufabsichten zurückgewiesen. Alchemy sei nur "auf emotionaler Basis" interessiert gewesen, sagte eine Sprecherin der Zeitung.

Der amerikanische Autobauer hatte erst im März die britische Luxusmarke Aston Martin für rund 925 Millionen Euro an ein Investorenkonsortium abgegeben. Seit längerem wird über den Verkauf der Nobelmarken Jaguar und Land Rover spekuliert. Ford hatte im vergangenen Jahr vor allem wegen des katastrophalen Autogeschäfts in Nordamerika und hoher Restrukturierungs- und anderer Sonderkosten einen Rekordverlust von 12,6 Milliarden Dollar verbucht.

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