Tarifverhandlungen

Das fordern die Gewerkschaften für Angestellte von Bund und Kommunen

An der „Festtagsstimmung in der Wirtschaft“ teilhaben wollen die Angestellten des Bundes und der Kommunen. Deshalb stellen sie mehrere Forderungen auf.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern für die 2,1 Millionen Angestellten der Kommunen und 150.000 Beschäftigten des Bundes sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro mehr im Monat. Darauf verständigten sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, der dbb-Beamtenbund, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Donnerstag in Berlin, wie Verdi-Chef Frank Bsirske mitteilte.

Zu den weiteren Forderungen gehört eine Angleichung von Sonderzahlungen wie das Urlaubsgeld im Tarifgebiet Ost an das Westniveau, um die ungleiche Bezahlung zu beenden. Insgesamt liege das Volumen der Gesamtforderung bei sieben Prozent, sagte Bsirske.

Die Angestellten des Bundes und der Kommunen wollten an der "Festtagsstimmung in der Wirtschaft teilhaben, nicht nur die Aktionäre", sagte Bsirske weiter. Der Bund habe bei Steuereinnahmen 3,1 Milliarden Euro, die Gemeinden hätten 9,9 Milliarden Euro Überschuss erzielt, "Tendenz steigend".

Durch das günstige wirtschaftliche Umfeld wachse das Bruttoinlandsprodukt im neunten Jahr in Folge, das ermögliche 2018 kräftige Lohnzuwächse, betonte der Verdi-Chef. In diesem Jahr würden 400.000, im nächsten Jahr 300.000 neue Jobs in Deutschland erwartet. Der Arbeitsmarkt drehe sich von einem Angebots- zu einem Nachfragemarkt, sagte Bsirske, dem müsse auch die Lohnentwicklung Rechnung tragen. Hinzu komme eine auf 1,8 Prozent anziehende Preissteigerungsrate.

Zu den weiteren Forderungen gehört eine Angleichung von Sonderzahlungen wie das Urlaubsgeld im Tarifgebiet Ost an das Westniveau, um die ungleiche Bezahlung zu beenden. Insgesamt liege das Volumen der Gesamtforderung bei sieben Prozent, sagte Bsirske.

Thomas Böhle, Verhandlungsführer der kommunalen Arbeitgeber, wies die Tarifforderung gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) als überzogen zurück. Sechs Prozent Plus binnen eines Jahres liege weit jenseits dessen, was sich die Kommunen leisten könnten, sagte Böhle.

Nach Verdi-Angaben würde die Tarifanhebung für Kommunen zu einer Mehrbelastung von sechs Milliarden, für den Bund von 450 Millionen Euro führen. Allerdings habe er noch nie erlebt, "dass eine gewerkschaftliche Forderung zu 100 Prozent erfüllt wird", räumte Bsirske ein.

Die Tarifrunde beginnt am 26. Februar in Potsdam. Für den 12. und 13. März sowie den 15. und 16. April sind zwei weitere Verhandlungsrunden geplant. 2016 hatten die Gewerkschaften ein Plus von sechs Prozent gefordert und eine Lohnsteigerung in zwei Stufen um 2,4 Prozent zum März 2016 und um 2,35 Prozent zum Februar 2017 ausgehandelt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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