Forgeard will erneut die Doppelspitze kippen

- München/Paris - Airbus-Chef Noë¨l Forgeard will nach seiner Wahl zum EADS-Co-Chef massiv das Rüstungsgeschäft ausbauen. Gegenüber der Wirtschaftszeitung "Les Echos" stellte er die deutsch-französische Doppelspitze des europäischen Flugtechnikkonzerns erneut zur Diskussion. Bisher wird der Konzern mit offiziellem Sitz in Amsterdam von Paris und München aus geleitet.

<P>Forgeard nannte vier Ziele: die Verteidigung der Weltmarktführung von Airbus, den Ausbau des Rüstungsgeschäfts mit Raketen, Satelliten, Hubschraubern und Tankflugzeugen, den Ausbau der Rüstungselektronik und die Dynamisierung der Managementstruktur. Auf der Tagesordnung stehe auch eine Annäherung an den Rüstungselektronik-Konzern Thales.<BR><BR>Zur deutsch-französischen Doppelspitze sagte Forgeard, die Aktionäre hätten "für den Augenblick den status quo gewählt". Eine einheitliche Führung könnte eine größere Integration erlauben. "Ist es zu früh dafür? Beunruhigt das die Regierungen zu sehr? Ist das Europa der Verteidigung ausreichend vorangeschritten? Darum geht es in der Debatte." Doch stellte sich Forgeard diesmal hinter die internationale Struktur: "EADS ist grundlegend deutsch-französisch und ist bestimmt, es zu bleiben."<BR><BR>Angesichts des Streits der Aktionäre über seinen Nachfolger an der Airbus-Spitze brachte Forgeard die Ernennung eines Konzernfremden ins Spiel. Eine interne Lösung biete sich an, sei aber nicht die einzige, sagte er.<BR><BR>Heftige Attacken führte Forgeard auf Kritiker seiner Person im Konzern während des Machtkampfes mit dem scheidenden EADS-Co-Chef Philippe Camus. Er habe seit 15 Jahren eine "freundliche Rivalität mit Philippe Camus", sagte Forgeard. "Eine ,Clique von selbsternannten Unterstützern hat eine virtuelle Blase von Verleumdungen geschaffen." Man habe ihn als Mann des Staates dargestellt und ihm ein Überschreiten der Kosten beim Airbus A380 zuschreiben wollen. Es handele sich um "eine kleine Anzahl Personen, die aus der Landschaft verschwinden" würden.<BR><BR>Damit kritisiert Forgeard auch den scheidenden EADS-Chefmanager Rainer Hertrich. Dieser hatte eingeräumt, dass die Entwicklung des Großflugzeuges A380 um 1,45 Milliarden Euro teurer kommt als geplant.</P>

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