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Korruptes Duo: Gerhard Gribkowksy (l.) ließ sich als BayernLB-Vorstand von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (r.) schmieren.

Schadenersatzansprüche

Formel-1-Affäre: Constantin droht der BayernLB

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München – Die Münchner Filmrechte-Firma Constantin Medien hat der Bayerischen Landesbank gedroht. Sie will nach der Formel-1-Affäre Schadenersatzansprüche gegen das Institut geltend machen.

In einem Schreiben der Anwälte Wolf-Rüdiger Bub und Peter Gauweiler behauptet Constantin, dass der Verkauf der Formel 1 durch die Landesbank nicht gültig gewesen sei, weil Bernie Ecclestone, der Chef der Rennserie, den ehemaligen Risikovorstand der Bank, Gerhard Gribkowsky, bestochen hatte. Constantin sieht sich geschädigt, weil dem Unternehmen aus einem sogenannten Besserungsschein Geld zugestanden hätte, wenn es der BayernLB gelungen wäre, mehr als eine Milliarde Dollar für ihre Anteile an der Formel 1 zu bekommen.

Die Rennserien-Anteile waren überhaupt erst bei der Landesbank gelandet, weil das Medienimperium von Leo Kirch pleite ging und die Formel-1-Beteiligung als Sicherheit verpfändet war. Damals war vereinbart worden, dass die Vorbesitzer beteiligt würden, wenn ein besserer Preis für die Anteile erzielt würde. Doch Constantin, hinter dem die Kirch-Erben stehen, ging leer aus, weil Gribkowsky die Formel 1 für nur 772,65 Millionen Dollar an den Finanzinvestor CVC verkaufte.

Constantin – und damit die Kirch-Erben – versuchen schon seit 2011 rund 171 Millionen Dollar Schadenersatz von Ecclestone zu bekommen. Ein Londoner Gericht wies die entsprechende Klage in der vergangenen Woche aber ab. Zwar stellte auch der englische Richter fest, dass ein Korruptionsfall vorliegt, doch es sei nicht gelungen, nachzuweisen, dass die Formel 1 deshalb auch zu billig verkauft wurde.

Nun versucht es die Kirch-Seite bei der Landesbank. Die Anwälte fordern, den Verkauf der Rennserie anzufechten und rückgängig zu machen. Dann könnte man die Formel 1 teurer verkaufen. Für eine solche Anfechtung müsste man aber wohl nachweisen, dass der Käufer CVC von der Bestechung wusste.

Zwar schreiben die Anwälte in ihrem Brief nicht explizit von einer Klage gegen die Landesbank und beziffern auch den angeblichen Schaden nicht, doch das Schreiben ist deutlich als Drohung zu verstehen. Bub und Gauweiler haben gerade erst für die Kirch-Erben einen Vergleich über 925 Millionen Euro erzielt.

In einem Anwortschreiben der Bank, das unserer Zeitung vorliegt heißt es, Constantin erhebe „erneut wider besseren Wissens völlig haltlose Vorwürfe gegen die BayernLB, die wir entschieden zurückweisen“. Die Behauptung, der Verkauf an CVC sei ungültig, entbehre „jeder Substanz“. In Bezug auf die verlorene Klage gegen Ecclestone heißt es weiter: „Ihr Versuch, nach dieser Niederlage Ihrer Mandantin nunmehr Ansprüche gegen die BayernLB zu konstruieren, ist schlicht abwegig.“

Sprecher der Kirch-Erben, von Constantin und der Bayerischen Landesbank wollten den Vorgang nicht kommentieren.

Philipp Vetter

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