Formel 1: Die BayernLB steigt aus

- München - Das Abenteuer Formel 1 nähert sich für die Bayerische Landesbank einem Ende. Vor Jahren waren dem Münchner Institut Anteile an der Autorenn-Serie als Pfand für faule Kredite des Kirch-Konzerns zugefallen. Nun wird die BayernLB ihr unfreiwilliges Formel-1-Engagement los. Die Gesellschaft Alpha Prema, hinter der in erster Linie der Finanzinvestor CVC steht, will die Anteile übernehmen.

Die BayernLB besitzt gut 50 Prozent der Anteile an der Formel-1-Holding SLEC. Weitere 25 Prozent gehören dem Rennsportmanager Ecclestone. Über den Rest verfügen die Investmentbanken JP Morgan und Lehman Brothers. CVC habe sich mit der BayernLB und Ecclestone über den Kauf ihrer Anteile geeinigt, erklärten die drei Parteien. Mit den beiden Investmentbanken laufen entsprechende Verhandlungen noch, berichtete die Nachrichten-Agentur "Reuters".

Den Kaufpreis behalten die Gesellschaften für sich. Doch dürfte man sich bei der BayernLB über einen warmen Geldregen freuen. Der Wert des Gesamtpakets wird auf etwa eine Milliarde Euro geschätzt. Entsprechend seiner Anteile könnte das Münchner Institut so rund 500 Millionen Euro erlösen. Allerdings dürfte dieser Betrag nicht mehr heuer in die Kasse fließen. Bevor die Transaktion vollzogen werden kann, müssen die EU-Kommission und der Rennsportverband FIA zustimmen.

BayernLB-Vorstandschef Werner Schmidt hatte zuletzt stets betont, dass die Beteiligung an der Formel 1 weitestgehend abgeschrieben worden sei. Selbst im ungünstigsten Fall müsse man keine negativen Auswirkungen auf die Bilanz fürchten. Nun scheint ein relativ günstiger Fall einzutreten. Doch unter dem Strich hat sich das Abenteuer Formel 1 für die BayernLB nicht ausgezahlt.

Das Institut hatte Kirch im Frühjahr 2001 einen Kredit von rund einer Milliarde Dollar gegeben, den dieser nicht zurückzahlen konnte. Stattdessen machte die Bank von ihrem Pfandrecht Gebrauch. Das brachte laufende Einnahmen aus dem Rennbetrieb und nun wohl mehrere hundert Millionen Euro. Doch auf die einst eingesetzte Summe von einer Milliarde Dollar (beim derzeitigen Kurs etwa 850 Millionen Euro) wird man kaum kommen.

Am neuen Formel-1-Eigentümer Alpha Prema hat CVC die Mehrheit. Doch auch Ecclestone ist hier wieder beteiligt. Er soll zudem Geschäftsführer der Firma werden. Im Verwaltungsrat wird BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky sitzen. Man wolle damit "Kontinuität wahren", wie eine CVC-Sprecherin erklärte. Denn es stehen Verhandlungen zwischen den Formel-1-Gesellschaftern und mehreren Autokonzernen an, die über die Zukunft des Rennsport-Zirkus entscheiden.

Die Autofirmen fühlen sich von Ecclestone übervorteilt, der zwar nur 25 Prozent der Anteile besitzt, aber durch ein verworrenes Firmennetz die Kontrolle über das Rennsport-Spektakel hat und die meisten Gewinne abschöpft.

Bis 2007 sind die Autofirmen noch vertraglich an die Formel 1 gebunden. Danach - so die Drohung - könnten sie ihre eigene Rennserie starten und damit die Formel 1 ausbluten lassen. Unter dem neuen Formel-1-Mehrheitseigentümer CVC könnte es zu einer Annäherung mit den Autoherstellern kommen. Das würde die Formel 1 retten. Die BayernLB muss sich darüber aber bald keine Sorgen mehr machen.

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