Formel-1-Zirkus soll an die Börse

- München - Der Fortbestand der Formel 1 ist endgültig gesichert. Dazu haben die am Rennsportzirkus beteiligten Autokonzerne und Gläubigerbanken des kollabierten Medienimperiums von Pleitier Leo Kirch jetzt eine Absichtserklärung unterzeichnet. Deren Details sollen zwar offiziell erst Mitte Januar veröffentlicht werden. Hinter vorgehaltener Hand werden aber erste Fixpunkte genannt. Unter anderem ist vorgesehen, dass die Formel 1 an die Börse gebracht werden soll.

<P>Außerdem sei vereinbart worden, dass die Formel-1-Teams ab 2004 an allen Einnahmequellen der Rennserie beteiligt werden und so ihre Erlöse um mindestens ein Drittel steigern. Bislang erhielten die Teams, hinter denen die in der GPWC organisierten Hersteller BMW, Daimler-Chrysler, Ferrari, Ford und Renault stehen, nur knapp die Hälfte der TV-Gelder. Den großen Rest inklusive aller Einnahmen aus dem Ticketverkauf oder dem Merchandising, erhält bislang Formel-1-Gründer Bernie Ecclestone, der den neuen Absprachen ebenfalls zugestimmt hat. Der Gewinn der Formel 1 wird auf jährlich 300 Millionen Euro geschätzt. Anteile an der Formel-1-Holding Slec werden dagegen weder Rennställe noch die GPWC in nennenswertem Umfang übernehmen. Nur eine sehr kleine Beteiligung sei vorstellbar, hieß es seitens der Automobil-Konzerne.</P><P>Dabei fließe keinesfalls Geld an die Banken, darunter die Bayerische Landesbank, die 75 Prozent der Slec halten. Dieser Anteil ist den Kreditinstituten als Pfand für einen Milliardenkredit an die insolvente Kirch-Gruppe zugefallen. Das restliche Viertel der Slec besitzt Ecclestone, der auch weiter deren Geschäfte leitet. Einfluss auf Geschäftsentscheidungen der Slec bekommen die Autokonzerne dadurch, dass sie über die GPWC künftig drei von zehn Direktoren für das Slec-Management stellen. Auch den Gläubigerbanken bringt die jetzige Vereinbarung Vorteile. Zum einen wird das so genannte Concorde Agreement, das die Geschäfte der Formel 1 regelt und die Autohersteller-Konzerne an den Rennsportzirkus bindet, 2004 um voraussichtlich zehn Jahre bis 2014 verlängert. Zum anderen soll die Formel 1 in ein bis zwei Jahren an die Börse gehen, was den Banken als Hauptaktionären die Aussicht auf eine Tilgung der offenen Kirch-Kredite bringt.</P><P>"Lösung im Interesse der Teams und Fans"</P><P>Das alte Concorde Agreement wäre 2007 ausgelaufen. Ohne Einigung von Banken und Autokonzernen hätte ein Ende der Formel 1 und die Gründung einer neuen Rennsportserie gedroht. Die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung macht die Slec erst langfristig werthaltig. "Die Absichtserklärung hat der Formel 1 eine stabile und langfristige Plattform beschert", kommentierte Bankenvertreter Gerhard Gribkowsky den Vertrag. Es sei im besten Interesse der Teams und Fans, ergänzte GPWC-Chef und Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert. <BR></P>

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