Forschungs-Standort Deutschland in Gefahr

- München - Bayern will mit mehreren Gesetzesinitiativen dem Technologie-Standort Deutschland auf die Beine helfen. Unternehmen sollten ihre Kosten für Forschung und Entwicklung (F&E) besser absetzen können, fordert Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU). Außerdem sollten Aktienoptionen von kleineren, innovativen Wachstumsbetrieben niedriger besteuert werden.

Mit solchen Schritten dürfe man nicht bis zur großen Steuerreform einer unionsgeführten Bundesregierung warten, sagte Wiesheu unserer Zeitung: "Bis dahin ist zu viel kaputtgegangen."<BR><BR>Laut einer internen Auswertung des Ministeriums droht Deutschland seine F&E-Vorgaben weit zu verfehlen. Die Bundesregierung hat das Ziel, bis zum Jahr 2010 den Anteil der F&E-Leistung (derzeit 53 Mrd. Euro) am Bruttoinlandsprodukt von 2,5 auf 3 Prozent zu steigern. Zehn Milliarden Euro mehr müssten dafür von Staat und Unternehmen investiert werden, heißt es in Berlin. Die Bayern haben andere Zahlen errechnet: Demnach wären zwischen 21 und 33 Milliarden Euro nötig - "unwahrscheinlich", bilanziert das Wirtschaftsministerium, denn die Zahl der Unternehmen, die F&E betreiben, sinke und der Staat halte sich zurück.<BR><BR>Und bei chemischer Industrie, Maschinenbau, Elektrotechnik sowie der Luft- und Raumfahrtsparte bauen sich in Konkurrenzländern verstärkt Potenziale auf. Wagniskapital fehlt.<BR>"Das ist ein mehrfaches Alarmzeichen", warnt Wiesheu. Laut dem Papier aus seinem Haus würde Deutschland ohne neue Weichenstellungen "den Anschluss verlieren bei den großen technologischen Trends" wie Nano-, Biotechnologie und Mechatronik. Der Staat müsse neue Anreize für Firmen schaffen, sagt Wiesheu: "Derzeit verfrühstücken wir unser Saatgetreide."<BR>

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