Fortis-Chef sieht Liquidität gesichert

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Brüssel (dpa) - Nach der staatlichen Rettungsaktion für den angeschlagenen Finanzkonzern Fortis sieht Bank-Chef Filip Dierckx die Zahlungsfähigkeit der Bank wieder gesichert.

"Wir sind glücklich über die abgestimmte Aktion der Benelux-Regierungen", sagte Dierckx am Montag in Brüssel. "Wir haben das Problem der Liquidität gelöst." Die Kapitalerhöhung stelle das Vertrauen der Kunden wieder her.

Wärhend die Fortis-Aktie an der Brüsseler Börse am Montag mit einem leichten Plus von fünf Prozent startete, verloren die Papiere der Dexia-Bank deutlich an Wert. Nach Gerüchten über eine Kapitalerhöhung sank das Dexia-Papier am Morgen um 30,9 Prozent auf 6,95 Euro. Der Dexia-Verwaltungsrats wollte am Abend zusammenkommen.

Die Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs legten am Sonntagabend 11,2 Milliarden Euro für die Rettung der Großbank Fortis auf den Tisch. Belgien übernimmt für 4,7 Milliarden Euro 49 Prozent der Anteile des belgischen Bankzweigs von Fortis. Die Niederlande investieren vier Milliarden Euro für ebenfalls 49 Prozent an der Fortis Bank Niederlande. Luxemburg zahlt für 49 Prozent der Aktien an der Fortis Banque Luxembourg 2,5 Milliarden Euro.

Dierckx bestätigte, dass die Anteile an der niederländischen Bank ABN Amro veräußert werden sollten. Diese hatte Fortis erst im vergangenen Jahr übernommen. Einen Zeitplan wollte er nicht nennen. "Es ist klar, dass wir es tun wollen, aber wir müssen alle Interessen berücksichtigen", sagte Dierckx. "Die Stärke dieses Unternehmens liegt im Kerngeschäft." Dierckx, der erst am Freitag seinen Posten angetreten hatte, bat sich Bedenkzeit bis zum 3. November zur Zukunft der Bank aus.

Zu den Gründen für die drohende Pleite sagte Dierckx: "Wir sind in der vergangenen Woche sehr von Gerüchten geplagt worden." Er bestätige aber auch, dass es Entscheidungen gegeben habe, zum falschen Zeitpunkt getroffen und "nicht die besten" gewesen seien.

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