Fotobranche erwartet Absatzrückgang bei Digitalkameras

- Köln - Die Fotobranche in Deutschland rechnet in diesem Jahr erstmals mit einem leichten Absatzrückgang bei Digitalkameras, dennoch sieht sie sich nach Jahren des Booms auf einem guten Weg. Mit rund 7 Millionen Kameras liege der erwartete Absatz für 2006 knapp 6 Prozent unter dem Vorjahresverkauf (7,43 Millionen), teilte der Photoindustrie-Verband in Köln vor dem Start der weltweiten Leitmesse "Photokina" (26.9.-1.10.) mit.

"Wenn Sie oben am Gipfel sind, wird es langsam flacher", sagte Verbands-Geschäftsführer Rainer Schmidt. Noch immer würden jährlich deutlich mehr Digitalkameras verkauft als früher analoge Apparate.

Insgesamt rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von 1 Prozent auf rund 6,16 Milliarden Euro. Die Hoffnungen ruhen auf dem Markt für digitale Spiegelreflexkameras, deren Absatzzahlen von 330 000 Stück im Vorjahr auf 550 000 Stück und damit um 67 Prozent steigen sollen. Neben Druck-Zubehör stünden Fotodrucker mit einem Plus von 28 Prozent in der Verbrauchergunst, hieß es. "Das größte Potenzial sehen wir beim Ausdrucken von Bildern. Die Menschen wollen Fotoalben, Fotos zum Anfassen", so Schmidt. Zuwächse werden auch bei Speicherkarten und allgemeinem Zubehör erwartet.

Bei digitalen Sucher-Kameras sei eine gewisse Sättigung erreicht, dennoch sei das Niveau sehr hoch. Knapp 50 Prozent der deutschen Haushalte besäßen eine solche Kamera. Am gefragtesten sei das Preissegment um 300 Euro. Bei digitalen Spiegelreflexkameras nannte der Verband einen Einstiegspreis von rund 800 Euro.

Im ersten Halbjahr 2006 sei der Umsatz mit Fotoprodukten, so der Verbandsvorsitzende Harald Horn, auch wegen der starken Verluste im Analogbereich "ein wenig in Schieflage" geraten. "Wir werden das bis zum Jahresende sicher wieder aufholen können." Im ersten Halbjahr hätten sich die Konsumenten wegen der Fußball-WM vor allem an der Unterhaltungselektronik orientiert, in den Sommermonaten hingegen fließe das Geld erfahrungsgemäß in Urlaub und die Fotografie.

Zur weltgrößten Messe für die Fotobranche erwartet die koelnmesse vom 26. September bis zum 1. Oktober rund 160 000 Besucher aus 140 Ländern. Rund 1600 Anbieter aus 45 Ländern belegen 230 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Die Branche befindet sich nach Verbandsangaben im Umbruch. Während manche traditionelle Anbieter wie die im Vorjahr in die Insolvenz gegangene AgfaPhoto fehlen, erreicht die Auslandsbeteiligung mit Neuanbietern aus Bangladesch, Brasilien oder Indonesien 65 Prozent. "Wir haben einen neuen Wettbewerb", sagte Horn: "Der Wandel wird weitergehen."

Der Weltmarkt wird laut Verband auf rund 125 Milliarden Euro geschätzt. Das Marktvolumen in Europa erreiche rund 45 Milliarden Euro. Weltweit würden 2006 rund 98 Millionen Digitalkameras verkauft. Inklusive Analogkameras erreiche der Weltmarkt damit 110 Millionen Stück. Digitale Spiegelreflexkameras stünden vor dem Absatzsprung über die 5-Millionen-Marke.

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