Fotokonzern Kodak geht in Insolvenz

Rochester - Der amerikanische Konzern Eastman Kodak hat mit seinen Tochterunternehmen in den USA Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts angemeldet.

Ziel sei die freiwillige Reorganisation des Fotografie-Pioniers, teilte Kodak am Donnerstag auf seiner Webseite mit. Ausländische Tochterunternehmen seien nicht betroffen.

Bereits seit mehreren Wochen war darüber spekuliert worden, dass der 131 Jahre alte Unternehmen Gläubigerschutz beantragen könnte. Im November hatte Kodak für das dritte Quartal 2011 ein Minus von 222 Millionen Dollar (171 Millionen Euro) ausgewiesen. Es war der neunte Quartalsverlust innerhalb von drei Jahren. Die Bargeldreserven seien binnen drei Monaten um zehn Prozent zurückgegangen, hieß es damals.

Seit Juli sucht der Konzern daher einen Käufer für seine rund 1.100 Patente im Zusammenhang mit digitaler Bild-Erstellung. Diese könnten Experten zufolge zwei bis drei Milliarden Dollar (1,5 bis 2,3 Milliarden Euro) einbringen. Auch unter Chapter 11 wolle Kodak weiterhin das nicht-strategische geistige Eigentum des Unternehmens verkaufen, hieß es nun.

Allerdings hatte die Internationale Handelskommission der USA eine Entscheidung in einem Patentstreit zwischen Kodak und den Smartphone-Herstellern Apple und Research in Motion (RIM) im Dezember um neun Monate verschoben. Kodak wirft Apple und dem Blackberry-Hersteller vor, eine patentrechtlich geschützte Technik zur Vorschau von Fotos zu benutzen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

IG Metall droht Siemens mit Streik
Mit massiven Protesten haben Arbeitnehmervertreter auf die angekündigten Stellenstreichungen bei Siemens reagiert. Und weitere Schritte sind geplant. Der Vorstand setzt …
IG Metall droht Siemens mit Streik
ProSiebenSat.1-Chef Ebeling verlässt den Konzern
"Ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm" - so hat ProSiebenSat.1-Chef Ebeling kürzlich eine Kernzielgruppe seiner Senderfamilie beschrieben - wollte das aber nicht …
ProSiebenSat.1-Chef Ebeling verlässt den Konzern
Nach fieser Beleidigung der Zuschauer: Fernseh-Boss muss gehen
Fernsehzuschauer seien fettleibig und arm: Mit diesem Satz kam ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling in die Schlagzeilen. Nun ist er bald seinen Job los. 
Nach fieser Beleidigung der Zuschauer: Fernseh-Boss muss gehen
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen
Täglich sortiert die Post Dutzende Millionen Briefe. Doch gerade bei Sendungen von Geschäftskunden reichen die Kontrollen offenbar bisher nicht aus. Das sollen Betrüger …
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen

Kommentare