+
US-Präsident Donald Trump lässt sich von Vizepräsident Mike Pence beklatschen, nachdem er den Bau eines Foxconn-Werks in den USA verkündet hat. Foto: Alex Brandon

Trump lobt sich selbst

Foxconn baut für zehn Milliarden Dollar Werk in den USA

Der Apple-Auftragsfertiger Foxconn baut ein Werk in den USA. Allerdings für sich selbst: Dort sollen Display-Panels für TV-Geräte hergestellt werden. Präsident Trumps Ankündigung von drei Apple-Fabriken steht weiter im Raum.

Washington (dpa) - Der Auftragsfertiger Foxconn baut für zehn Milliarden Dollar (8,52 Mrd Euro) ein Werk in den USA. Die Fabrik wird Display-Panels für Fernseher und andere Geräte herstellen. Foxconn gehört der Flachbild-TV-Pionier Sharp.

Der Foxconn-Deal sei ein Beweis dafür, wie zugkräftig das Label "Made in the USA" sei, sagte US-Präsident Donald Trump. Er sagte, das Werk im US-Bundesstaat Wisconsin werde schon zu Beginn 3000 "amerikanischen Arbeitern" einen neuen Job bieten. Viele weitere würden folgen, sagte er. Das Potenzial liege bei 13 000 Arbeitsplätzen.

Foxconn ist vor allem bekannt als führender Hersteller diverser Apple-Geräte, auch wenn die Firma aus Taiwan auch für viele andere Elektronik-Konzerne produziert. Trump hatte in einem diese Woche veröffentlichten Interview zudem verkündet, Apple-Chef Tim Cook habe ihm drei große Fabriken in den USA zugesagt. Apple kommentiert dies nicht. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses erklärte dem "Wall Street Journal", dabei sei es um etwas anderes als die Foxconn-Fabrik gegangen.

Im Beisein von Foxconn-CEO Terry Gou sagte Trump: "Wäre ich nicht gewählt worden, würde er unter Garantie keine zehn Milliarden Dollar investieren." Über eine Milliarden-Investition von Foxconn in den USA wird schon seit einiger Zeit spekuliert. Gou will auf diese Weise die Kosten für den Transport der großen Fernsehgeräte aus Asien weglassen. Das geplante Werk soll 2020 fertig sein.

Das Thema neuer Arbeitsplätze in den USA war 2016 ein Schwerpunkt des Wahlkampfs von Trump. Die Foxconn-Fabrik liegt im Heimatstaat Paul Ryans, des einflussreichen republikanischen Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses. In Wisconsin gibt es Steuervergünstigungen, wenn Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Fall von Foxconn sollen sie sich auf drei Milliarden Dollar über einen Zeitraum von 15 Jahren belaufen, erklärte Gouverneur Scott Walker.

Die mit Abstand meisten Elektronik-Geräte werden von Unternehmen wie Foxconn in China herstellt. Das liegt daran, dass große Teile der Zuliefererketten in Asien angesiedelt sind - und es dort auch große Ressourcen gut ausgebildeter und verhältnismäßig günstiger Arbeitskräfte gibt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Stadtgeländewagen werden immer beliebter - vor allem Limousinen geraten unter Druck. Das merkt auch der Branchenriese Volkswagen. Betriebsratschef Osterloh sorgt sich um …
VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Die Türkei steckt in einer Finanzkrise. Die könnte sich verschärfen nach nochmals schlechteren Noten maßgeblicher Bonitätswächter. Was wiederum Einfluss auf die Kosten …
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Brüssel (dpa) - Kurz vor dem Ende der Euro-Rettungsprogramme für Griechenland hat EU-Kommissar Pierre Moscovici Kritik an der Rolle der europäischen Institutionen …
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen
Chinesische Investoren greifen zunehmend nach deutschen Hightech-Firmen - der Bund will nun genauer hinschauen. Wirtschafts-Staatssekretär Bareiß sagt, warum und wie …
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen

Kommentare