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Fracking ist eine umstrittene Methode, mit der Erdgas freigesetzt wird.

Kompromiss von Regierung und Industrie

Fracking: Probebohrungen in Bayern möglich

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München - Fracking ist hochumstritten. Wird es trotzdem bald Bohrungen bei uns geben? Ein Kompromiss, den Bundesregierung und Industrie ausgehandelt haben, macht das theoretisch möglich.

Beim Thema Fracking schien eigentlich alles klar – zumindest aus bayerischer Perspektive. Noch Anfang August sagte Marcel Huber (CSU) unserer Zeitung: „Solange ich Umweltminister bin, wird es Fracking unter Einsatz von Giftstoffen in Bayern nicht geben.“ Huber, das ist bekannt, hat mittlerweile den Posten gewechselt. Gilt sein Wort noch immer?

Ein Artikel des Magazins Der Spiegel hat zumindest einen leisen Zweifel daran gesät. Darin ist von einer Aufweichung des geplanten bundesweiten Fracking-Verbots die Rede. Ursprünglich war vorgesehen, die umstrittene Methode zur Gas-Gewinnung bis zu einer Tiefe von 3000 Metern zu untersagen; darunter finden sich in Deutschland kaum nennbare Schiefergas-Vorkommen.

Nun sollen sich Bundesregierung und Industrie auf einen Kompromiss geeinigt haben, der die 3000-Meter-Grenze zu Fall bringt. Stattdessen, heißt es, solle ein mit Wissenschaftlern besetztes sechsköpfiges Expertengremium einzelne Bohrungen bei „absoluter Unbedenklichkeit“ zulassen.

Obwohl viele Wissenschaftler Fracking für ungefährlich halten, ist die Methode politisch hochumstritten. Beim „Hydraulic Fracturing“ wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien unter großem Druck in Bohrlöcher gepresst. In rund 2500 Metern Tiefe sprengt das Gemisch Schieferstein auf, das darin gespeicherte Erdgas kann entweichen, während der Sand die Hohlräume auffüllt. Kritiker fürchten, dass die Chemikalien das Grundwasser vergiften könnten.

Meisten Gas-Vorkommen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

Eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat mittlerweile den Bericht des Spiegel relativiert. Der Gesetzentwurf halte an der 3000-Meter-Grenze fest. Geplant sei, Fracking mit „umwelttoxischen Stoffen“ zu verbieten. Grundsätzlich solle es ein Moratorium geben, bis die Unbedenklichkeit der Methode für Mensch und Natur nachgewiesen sei.

Dies ist Aufgabe des wissenschaftlichen Expertengremiums. Es soll Anträge einzelner Unternehmen auf Probebohrungen prüfen. Die finale Bohr-Genehmigung – wichtig – könnten aber nur die zuständigen Behörden der jeweiligen Länder erteilen. In Bayern sind das aktuell die Bergämter.

Das kommt den Forderungen entgegen, die Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) – in Anknüpfung an Marcel Huber – stellt. Unserer Zeitung gegenüber erklärte sie, die Länder müssten „zwingend eingebunden werden“ – und zwar sowohl bei der Durchführung von Probebohrungen als auch bei der eventuellen Vergabe von Bohr-Lizenzen. „Die Länder müssen die Möglichkeit haben, entsprechende Maßnahmen zu unterbinden.“

Übergroße Sorgen muss sich der Freistaat ohnehin nicht machen. Die meisten Gas-Vorkommen werden nicht hier, sondern in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vermutet. Zwar hat das hiesige Wirtschaftsministerium vereinzelte „Erkundungslizenzen“ an Unternehmen vergeben – etwa am Starnberger See. Die, heißt es, seien aber zur Erkundung konventioneller Gasvorkommen gedacht.

Der neue Gesetzentwurf soll nun in die Ressort-Abstimmung gehen.

Marcus Mäckler

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