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Die Supermarktkette Kaiser‘s Tengelmann steht vor dem Aus.

Zerschlagung der Kette beginnt

Fragen und Antworten: So geht‘s jetzt weiter mit Kaiser‘s Tengelmann

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München - Die Zukunft der Supermarktkette Kaiser‘s Tengelmann steht in den Sternen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Ausverkauf.

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub lässt keinen Zweifel daran, dass er die Ankündigung der Zerschlagung seiner Supermarktkette ernst gemeint hat: Am Montag wurden die ersten Listen mit zum Verkauf stehenden Filialen in Nordrhein-Westfalen verschickt. Die tz erklärt, wie der Prozess nun weiterläuft, und ob es noch ein Fünkchen Hoffnung auf eine Rettung gibt.

Warum beginnt der Ausverkauf in NRW?

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub.

NRW gilt als größtes Sorgenkind im Unternehmen. Viele der Filialen gelten als unattraktiv. „Ich wäre froh, wenn wir für 30 bis 40 Filialen Supermarktbetreiber finden könnten“, sagte Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub kürzlich in der WAZ. Insgesamt gibt es dort nach eigenen Angaben noch 107 Geschäfte mit rund 3500 Mitarbeitern.

Wann sind die Märkte in München dran?

Das Verkaufsverfahren für die Geschäfte in Berlin und München soll Haub zufolge erst Anfang nächsten Jahres gestartet werden.

Was könnte die Zerschlagung der Kette jetzt noch stoppen?

Durch den Versand der Filial-Listen ein Verhandlungskompromiss in letzter Minute und damit ist eine Rettung der bedrohten Arbeitsplätze - bis zu 8000 der insgesamt 16.000 - noch nicht ausgeschlossen. Erst der tatsächliche Verkauf der ersten Filialen würde der Ministererlaubnis endgültig den Boden entziehen. Mit seiner Sondererlaubnis wollte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Übernahme der kränkelnden Kette durch Branchenprimus Edeka trotz des Verbots der Kartellbehörden ermöglichen. Dagegen hatten Edeka-Konkurrent Rewe sowie Markant und Norma geklagt.

Warum war kein Kompromiss möglich?

Er wäre durchaus möglich gewesen. Laut Handelsblatt lag am Donnerstag sogar ein Vorschlag auf dem Tisch: Demnach sollte Edeka die Filialen in der Region Bayern erhalten, Rewe die Kasier’s-Filialen in Berlin und am Nordrhein. Norma sollte die Geschäfte mit einem Umsatz von 150 Millionen Euro bekommen. Das Wichtigste für die Beschäftigten: Alles sollte auf Grundlage der Ministererlaubnis geschehen, das hätte bedeutet: Garantie aller Arbeitsplätze für fünf Jahre. Diese Einigung hat bekanntlich nicht stattgefunden. Grund war ein Zerwürfnis der Firmenchefs Haub und dem streitbaren Rewe-Boss Alain Caparros.

Wie äußert sich Kanzlerin Angela Merkel?

Sie appelliert wie Minister Gabriel an die Beteiligten, nichts unversucht zu lassen, um doch noch zu einer einvernehmlichen Einigung zu kommen. Die Bundesregierung habe es sehr bedauert, dass die Gespräche am Donnerstag abgebrochen worden seien, sagte Sprecher Steffen Seibert. Gabriel hatte auch die Möglichkeit eines Schlichters ins Spiel gebracht.

Gibt es bereits Interessenten für Standorte?

Laut Handelsblatt ist das der Fall. Haub will seinem Wunschkäufer Edeka eine Art Vorkaufsrecht einräumen.

Betriebsbedingte Kündigungen

Im Zuge einer Zerschlagung von Kaiser’s Tengelmann sieht Unternehmenschef Karl-Erivan Haub bis zu 8000 Arbeitsplätze in Gefahr. Bei Kündigungen müssen Unternehmen sich an Regeln halten. Werden nicht alle Mitarbeiter entlassen, muss der Arbeitgeber eine Sozialauswahl treffen. Dazu ermittelt er anhand der wegfallenden Stellen alle Arbeitnehmer, die auf dieser oder einer vergleichbaren Position arbeiten. Anhand von vier Kriterien wird dann festgestellt, wer am wenigsten schutzbedürftig ist, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Berücksichtigt werden die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter, Unterhaltsverpflichtungen sowie eine Schwerbehinderung.

BW

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