Air France leitet Landeanflug für KLM-Übernahme ein

- Paris - Nach einem Wochenende mit letzten Verhandlungen hat die französische Luftlinie Air France den Landeanflug zur Übernahme ihres holländischen Konkurrenten KLM eingeleitet. Der Air-France-Verwaltungsrat soll am Abend auf einer außerordentlichen Sitzung über das Projekt entscheiden, zuvor soll der Vorstand des Unternehmens zusammentreten.

<P>Auch der Aufsichtsrat der italienischen Fluggesellschaft Alitalia will am Montagabend über ein Zusammengehen mit Air France und KLM diskutieren.</P><P>Soweit bisher bekannt wurde, wollen beide Unternehmen eine gemeinsame Holding bilden, die nach Berechnungen der Tageszeitung "Libération" knapp ein Drittel (28,2 Prozent) des europäischen Luftfahrtmarktes kontrollieren würde. Sie läge damit weit vor British Airways (17,4 Prozent) und Lufthansa (17 Prozent). Innerhalb der Holding sollen Air France und KLM selbstständige Marken bleiben. Der Zusammenschluss soll auf dem Weg eines Aktientauschs erfolgen, an dem auch der französische Staat - mit 54,4 Prozent bisher Haupteigentümer der Air France - beteiligt ist.</P><P>In den Niederlanden weckt die erwartete KLM-Übernahme Sorge über eine französische Vorherrschaft. "KLM darf nicht als Melkkuh für eine unrentable Air France dienen", kommentierte am Montag die niederländische Zeitung "De Telegraaf". Dabei wurde vor allem auf wachsende Sorgen über die künftige Position des Amsterdamer Flughafens Schiphol und die Zahl der Arbeitsplätze bei KLM verwiesen.</P><P>Es sei unsicher, dass die Verbindung beider Gesellschaften wie allgemein erwartet wurde, wirklich am Dienstag angekündigt werde, schrieb das Blatt. KLM hat bisher selbst keinen Termin für die Ankündigung genannt.</P><P>In einem Leitartikel sprach "De Telegraaf" auch von einem "großen Kulturunterschied" zwischen beiden Unternehmen. "KLM musste sich jahrzehntelang über Wasser halten, aber Air France erhielt regelmäßig Infusionen in Form von Subventionen des französischen Staates." Um die angestrebte Zusammenarbeit zum Erfolg zu machen, müsse Air France zu einem wirklichen kommerziellen Unternehmen gemacht werden.</P><P>Bei den Beratungen des Alitalia-Aufsichtsrates werde es nicht um etwaige Bewertungen hinsichtlich eines möglichen Aktientauschs gehen, betonte Firmenchef Giuseppe Bonomi. Das Gremium solle Möglichkeiten ausloten, der Allianz unter gleichen Bedingungen für alle Partner beizutreten, ohne dass es eine Rolle dabei spiele, dass einer der drei etwas schwächer aufgestellt sei. Alitalia, der italienische Partner der Air France im Luftfahrtbündnis SkyTeam, ist bemüht, bei einem französisch-niederländischen Zusammenschluss nicht alleine dazustehen.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Reisebüros fürchten um Geschäft durch neues Reiserecht
Berlin (dpa) - Reisebüros protestieren gegen die geplanten Änderungen des Reiserechts. Etwa 68.000 Briefe und E-Mails haben sie nach einem Aufruf des Branchenverbands …
Reisebüros fürchten um Geschäft durch neues Reiserecht
Weltgrößte Wassersport-Messe "Boot" startet
Düsseldorf (dpa) - Zur weltgrößten Wassersportmesse "Boot" werden heute rund 250 000 Besucher in Düsseldorf erwartet. 1813 Aussteller aus 70 Ländern präsentieren bis zum …
Weltgrößte Wassersport-Messe "Boot" startet
ProSiebenSat.1 plant Neubau in Unterföhring
Unterföhring – Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 plant den Bau eines eigenen Campus in Unterföhring. Das berichtet der Münchner Merkur (Wochenendausgabe).
ProSiebenSat.1 plant Neubau in Unterföhring
Wenig Zeit für Schlichtung zwischen Piloten und Lufthansa
Frankfurt/Main (dpa) - Die Schlichtung zum Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Piloten steht unter großem Zeitdruck.
Wenig Zeit für Schlichtung zwischen Piloten und Lufthansa

Kommentare