Frankfurter Börse stellt den Abendhandel per Xetra ein

- Frankfurt - Drei Jahre nach Ausweitung des Aktienhandels in die Abendstunden streicht die Börse die Öffnungszeiten wieder zusammen. Die für Profi-Anleger wichtige elektronische Handelsplattform Xetra soll vom 3. November an bereits um 17.30 Uhr statt um 20 Uhr schließen. Das teilte die Deutsche Börse AG mit. Der umstrittene Feiertagshandel an Christi Himmelfahrt, am Pfingstmontag, Fronleichnam und am Tag der Deutschen Einheit bleibt.

<P>Mit der Flaute an den Aktienmärkten waren die ohnehin dürftigen Abend-Geschäfte spürbar zurückgegangen. Daher hatten insbesondere die Banken gefordert, den Handel nach 17.30 - auch zur Kosteneinsparung - abzuschaffen. Über das Börsenparkett können Anleger dagegen weiterhin bis 20 Uhr ihre Wertpapiergeschäfte abwickeln. Auch die Regionalbörsen wollen den Abendhandel nicht einschränken.</P><P>Mit der Entscheidung werde dem Wunsch Rechnung getragen, sich an die Öffnungszeiten der anderen europäischen Aktienmärkte anzupassen, erklärte die Börsen-AG. In sechs Monaten sollen die zusammengestrichenen Handelszeiten überprüft werden.<BR>Die Kreditinstitute begrüßten den "längst überfälligen Schritt" der Börse. Wegen der dürftigen Umsätze seien die am Abend ermittelten Kurse eher zufällig und nicht aussagekräftig, bemängeln die Geldhäuser. Zwischen 17 und 20 Uhr werden lediglich sieben Prozent der Aktiengeschäfte in Deutschland erledigt.</P><P>"Der Abendhandel lohnt sich einfach nicht; wieso das Parkett weiter geöffnet bleiben soll, ist mir schleierhaft", sagte der Leiter des Aktienhandels der Frankfurter Sparkasse 1822, Markus Maisch. Auch die Commerzbank fordert, den Parketthandel um 17.30 Uhr zu beenden. "Es macht keinen Sinn, die Türen offen zu halten, wenn alle anderen Börsenplätze in Europa geschlossen sind", sagte Peter Ensel, der Chef des Aktienhandels.</P><P>Bei den Banken muss neben den Aktienhändlern auch Personal für Informationstechnik oder Wertpapierabwicklung am Abend präsent sein. "Diese Kapazitäten werden jetzt frei", betonten die Institute. Weiterer Personalabbau durch die Entscheidung der Börse wird nicht ausgeschlossen.</P><P>Über das Computersystem Xetra laufen nach Angaben der Deutschen Börse rund 94 % des Wertpapierhandels; 4 % gehen über das Frankfurter Parkett, 2 % über die sechs Regionalbörsen. Der Dax solle mit der Xetra-Einschränkung ebenfalls um 17.30 Uhr als Schlusskurs berechnet werden, verlangten die Frankfurter Banken.</P><P>Andere Börsenplätze in Europa wie London oder Paris schließen bereits um 17.30 Uhr. Es sei vor allem für die internationalen Marktteilnehmer nicht nachvollziehbar, warum es in Deutschland anders sei, betonte die Börsensprecherin. 40 % der Xetra-Teilnehmer seien Ausländer.</P><P>Die Ausweitung des Aktienhandels bis in den Abend hinein war im Juni 2000 zum Ende des Börsenbooms beschlossen worden. "Dies war von Banken, Maklern und Wertpapierhäusern gewünscht worden", berichtete die Börsensprecherin. Bereits damals hatte es aber heftige Kritik an den verlängerten Öffnungszeiten gegeben. Seit der Einführung des Abendhandels wurden maximal zehn Prozent der Aktiengeschäfte eines Tages nach 17.30 Uhr getätigt.<BR></P>

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