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Für das Gesamtjahr plant Fraport weiterhin mit knapp 3 Milliarden Euro Umsatz. Foto: Arne Dedert

Trotz Air Berlin

Frankfurter Flughafenbetreiber auf Wachstumskurs

Am größten deutschen Flughafen merkt man wenig von der Air-Berlin-Pleite. Das Geschäft mit zahlreichen anderen Gesellschaften boomt nicht nur am Heimatdrehkreuz Frankfurt.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat die Pleite von Air Berlin gut verkraftet und bleibt wegen der starken Nachfrage nach Flugreisen auf Wachstumskurs.

Auch die internationalen Beteiligungsflughäfen und die erstmals abgerechneten 14 Regional-Airports in Griechenland trugen zu den positiven Geschäftszahlen zum Ende des dritten Quartals bei.

Nach neun Monaten konnte der MDax-Konzern einen um 45 Prozent gewachsenen Gewinn von 181 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,96 Milliarden Euro vorlegen. Für das Gesamtjahr plant Fraport weiterhin mit knapp 3 Milliarden Euro Umsatz.

"Air Berlin ist für uns nicht wirklich relevant, weil sie einen Verkehrsanteil von weniger als 1 Prozent hatte", erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte. Da die Ferienflüge der Tochter Niki weiterhin stattfänden, Lufthansa derzeit größeres Gerät einsetze und voraussichtlich Easyjet die derzeit ausfallenden Air-Berlin-Flüge übernehme, sei mit Umsatzeinbußen nicht zu rechnen. Easyjet habe bereits Start- und Landerechte am größten deutschen Flughafen beantragt und erhalten, den Betrieb aber noch nicht aufgenommen.

Das Engagement in Griechenland soll sich für Fraport bereits im ersten Jahr auszahlen. Im Sommer sei die Zahl der Passagiere um 10,5 Prozent auf 23,9 Millionen gestiegen, erwartet werde zum Jahresende ein kleiner einstelliger Millionengewinn. Bis 2021 plant Fraport Greece Investitionen in die Anlagen von rund 400 Millionen Euro.

Man beschäftigte rund 580 Leute, von denen nur eine Minderheit schon früher an den griechischen Flughäfen tätig gewesen sei. Fraport muss neben einer anfänglichen Konzessionszahlung von 1,234 Milliarden Euro jährlich Abgaben an den verschuldeten griechischen Staat zahlen.

Am Heimatdrehkreuz Frankfurt hat Fraport für den gerade begonnenen Winterflugplan ein Wachstum von Passagieren und Flugbewegungen von rund 8 Prozent geplant. Treiber sind die Gesellschaften Lufthansa und Ryanair. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit 64 Millionen Passagieren und 2018 sogar mit bis zu 67 Millionen.

Die Terminals und Abfertigungsmöglichkeiten kämen nach einem erneuten Passagierrekord im Oktober immer deutlicher an ihre Grenzen, sagte Schulte. Der geplante Ausbau des dritten Terminals sei im Plan, der Rohbau für den ersten Flugsteig könne in der ersten Hälfte des Jahres 2018 beginnen.

Im Kostenstreit mit dem Hauptkunden Lufthansa setzt Schulte auf vertiefte Verhandlungen zu gemeinsamen Projekten, mit denen mehr Passagiere in derselben Infrastruktur abgefertigt werden können. Umsatzeinbußen erwarte er dadurch aber nicht. Für das kommende Jahr habe man in Frankfurt allerdings keine steigenden Abfertigungsgebühren beantragt. Lufthansa-Chef Carsten Spohr verlangt in Frankfurt eine Kostenentlastung von rund 20 Prozent.

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