+
Frankreich will offenbar eine Google-Steuer erheben.

Frankreich will "Google-Steuer"

Paris - Frankreich will über eine “Google-Steuer“ von den riesigen Einnahmen bei Online-Werbung profitieren. Eine Regierungskommission soll einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt haben.

Das berichtete die Zeitung “Libération“ am Donnerstag. Mit den Einnahmen soll unter anderem die Musikindustrie gefördert werden, die unter illegalem Herunterladen leidet. “Die sogenannte Google Steuer besteht darin, einen winzigen Prozentsatz auf den Umsatz von 800 Millionen Euro zu erheben, den die Suchmaschine allein in Frankreich macht“, sagte Patrick Zelnik, Chef der Regierungskommission und Produzent der Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy.

Wie die Steuer konkret aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Sie soll nach den Vorstellungen der Kommission aber auch Unternehmen treffen, die ihren Sitz nicht in Frankreich haben. Ausschlaggebend sei, dass ein Nutzer in Frankreich die Werbung anklicke. Die Kommission schlägt vor, direkt auf EU-Ebene für die Idee zu werben. Das bedeute aber nicht, dass Frankreich nicht auch allein vorangehen würde, sagte Zelnik. Dies sei sowohl juristisch als auch technisch möglich. Betroffen wären neben dem Marktführer Google auch weitere Suchmaschinen wie MSN und Yahoo, die mit Werbung Geld verdienen.

Google reagierte zunächst zurückhaltend. “Wir sollten nicht weiter den Gegensatz zwischen der Welt des Internets und der Welt der Kultur verschärfen, indem eine neue Steuer eingeführt wird“, sagte Olivier Esper von Google Frankreich.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada
Das lange Übernahmeringen um den hessischen Arzneimittelhersteller ist beendet. Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre erreicht. Nun …
Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen
Die Behörden in der Schweiz haben einen Zulassungsstopp für bestimmte Modelle des Porsche Cayenne verhängt. Grund dafür ist der Umweltschutz.
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen
Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Interesse an der Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin signalisiert.
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken
Eine Komplettübernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einem starken Monopol verhelfen.
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Kommentare