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Französische Finanzministerin könnte neue IWF-Chefin werden

Berlin - Die Diskussion über die Neubesetzung des IWF-Chefs ist weiterhin im Gange. Die Europäer wollen den Posten aus ihren eigenen Reihen besetzen. Aussichten hat etwa die französische Finanzministerin Lagarde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die mögliche europäische Kandidatin für den IWF-Chefposten, Christine Lagarde, gelobt. Sie schätze die französische Finanzministerin schon länger sehr, sagte Merkel am Freitag in Berlin. Diese Bemerkung sei aber keine Bekanntgabe einer offiziellen Kandidatur Lagardes, betonte die Kanzlerin.

Merkel bekräftigte den Anspruch Europas auf die Spitzenposition beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Es gebe gute Gründe, dass der IWF-Posten nach dem Rücktritt von Dominique Strauss-Kahn wieder durch eine Persönlichkeit aus Europa besetzt werde, sagte Merkel. Die öffentlich genannten Kandidaten hätten alle eine hohe Reputation.

Frankreich hält sich mit öffentlichen Forderungen nach einem neuen französischen Kandidaten für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter zurück. “Die Europäische Union ist in der Lage, eine sehr gute Kandidatur zu präsentieren“, ließ Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstagabend lediglich mitteilen. Ob er damit seine Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde meinte, sagte er nicht.

Die 55-jährige Lagarde wird als mögliche Nachfolgerin für ihren wegen eines Vergewaltigungsversuchs angeklagten Landsmann Dominique Strauss-Kahn gehandelt. Ein möglicher Stolperstein für die Französin könnte jedoch ein drohender Prozess in einer alten Finanzaffäre sein.

Den europäischen Anspruch auf die Führung des IWF begründete Sarkozy mit der Fondsstruktur. Die EU-Staaten seien zusammen größter Anteilseigner, kommentierte der Staatschef. Zugleich warnte er vor Streit um den Posten. “Europa muss einstimmig eine Wahl treffen.“ Den Rücktritt Strauss-Kahns nannte Sarkozy unumgänglich.

dpa

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