Frauen verdienen deutlich weniger als Männer

Wiesbaden - Der Verdienst zwischen Frauen und Männern ist weiterhin ungleich verteilt. Erstmals wurden auch die Gehaltsunterschiede bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit berechnet. Die Ergebnisse:

Erstmals hat das Statistische Bundesamt Durchschnittslöhne um Unterschiede wie Berufswahl, Position, Ausbildung und Beschäftigungsart bereinigt. Diese sogenannten strukturellen Faktoren machen etwa zwei Drittel der Gehaltsunterschiede aus, wie die Behörde am Montag in Wiesbaden mitteilte. Der Bruttostundenverdienst von Frauen hatte ohne Berücksichtigung der ungleichen Voraussetzungen in den vergangenen Jahren konstant um 23 Prozent unter dem von Männern gelegen. Während Frauen demnach einen Bruttostundenlohn von 13,91 Euro erzielten, belief sich der Durchschnittsverdienst der Männer auf 17,99 Euro.

Basis für die neue Analyse im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war eine Umfrage unter 3,1 Millionen Arbeitnehmern im Jahr 2006. Dass nun zum ersten Mal strukturelle Merkmale aus den Gehältern herausgerechnet wurden, begründete eine Behördensprecherin mit Fördermitteln des Ministeriums. “Sonst ist die Berechnung gesetzlich nicht vorgeschrieben.“ Derzeit würden die Daten für 2010 erhoben - Mitte 2012 sei mit Vergleichsergebnissen zu rechnen.

Die Sprecherin betonte, es gebe keine statistischen Angaben etwa darüber, ob sich Frauen bei Lohnverhandlungen anders verhielten als Männer. “Das könnte ja auch ein Grund für den Gehaltsunterschied sein.“

Ost-West-Vergleich überraschend

Überrascht wurden die Statistiker vom Ost-West-Vergleich: Anders als erwartet lag der bereinigte Unterschied im früheren Bundesgebiet mit Berlin bei acht Prozent - und damit unter dem Wert für die neuen Bundesländer mit zwölf Prozent. Der unbereinigte Lohnunterschied lag hingegen im Westen bei 24 Prozent, im Osten bei nur 6 Prozent.

dapd/dpa

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