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Frauenquote: In den Aufsichtsräten zeigt sie offenbar Wirkung - im Vorstand nicht.

Laut einer Studie

Quote zeigt Wirkung: Frauen häufiger im Aufsichtsrat

Berlin - Frauen in der Topetage deutscher Unternehmen sind immer noch eher selten. In den Aufsichtsräten hat sich seit Einführung der gesetzlichen Quote allerdings einiges getan. Anders sieht es im Vorstand aus.

Die Einführung der gesetzlichen Frauenquote zeigt erste Folgen. Der Anteil von Managerinnen in den Aufsichtsräten deutscher Top-Konzerne ist Studien zufolge gestiegen. Bei den 30 Dax-Konzernen überschritt er nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) insgesamt erstmals die 30-Prozent-Marke. Die Quote stieg von 26,8 auf 30,2 Prozent Anfang Juni, wie das DIW am Freitag in Berlin mitteilte. Auch die Personalberatung Russell Reynolds Associates kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Frauen in Aufsichtsräten sitzen.

„Dieser Anstieg ist ein vergleichsweise deutlicher Schritt in die richtige Richtung und könnte ein Anzeichen für die Wirkung der Quote sein“, sagte Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin. In den Vorstandsetagen, für die die Regelung nicht gilt, stagnierte der Frauenanteil dagegen.

Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe in Führungspositionen verpflichtet 101 börsennotierte, voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen seit Anfang 2016 bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat sicherzustellen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden. Wird dieser Anteil nicht erreicht, bleiben die Stühle unbesetzt.

Unverändert im Vorstand der Dax-Konzerne

Dem DIW zufolge erfüllen 18 der 30 Börsenschwergewichte die gesetzliche Quote. Die meisten anderen stünden kurz davor. In allen Dax-Konzernen säßen inzwischen mindestens zwei Frauen in dem Kontrollgremium. Die höchsten Frauenanteile haben die Deutsche Börse (41,7 Prozent) und mit jeweils 40 Prozent die Telekom, die Post und der Versicherungsriese Munich Re. Die geringsten Frauenanteil im Aufsichtsrat gibt es den Angaben zufolge mit 15 Prozent bei Volkswagen und bei HeidelbergCement (knapp 16,7 Prozent).

Deutlich anders sieht es in den Vorstandsetagen der Dax-Konzerne aus. Hier stagniert dem DIW zufolge der Frauenanteil bei unter einem Zehntel. Die Zahl der weiblichen Vorstände sei mit 19 seit Jahresbeginn unverändert geblieben.

Kulturelle Vielfalt "ebenso wichtig"

Auch die Personalberatung Russell Reynolds Associates kommt zu dem Ergebnis, dass der Frauenanteil in den Kontrollgremien deutscher Topkonzerne deutlich gestiegen ist. Allerdings sind Frauen im Durchschnitt 2,7 Jahre kürzer im Amt als ihre männlichen Kollegen mit durchschnittlich sechs Jahren.

Nicht weitergekommen sind die Topkonzerne der Personalberatung zufolge bei der Internationalität der Aufsichtsgremien. Der Anteil nicht-deutscher Kontrolleure sank demnach im vergangenen Jahr um einen Prozentpunkt auf 27 Prozent. „Das Thema Diversity darf bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten nicht als das reine Erfüllen der gesetzlichen Frauenquote fehlinterpretiert werden. Mindestens ebenso wichtig sind die kulturelle Vielfalt und das Einbinden der internationalen Perspektive“, erklärte Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds Associates.

dpa

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