Frauentarif und Garagenrabatt: So ist das Auto gut versichert

- Über 20 Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für die Versicherung ihrer Autos aus. Mancher Euro ist dabei falsch investiert. Wer im Wust der Tarife und Verträge die richtige Kfz-Versicherung sucht, sollte sich nicht nur auf einen Prämienvergleich verlassen, sondern auch die Bedingungen genau im Auge behalten.

<P>Die Auswahl<BR> <BR>Die Kfz-Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer ohne fährt, macht sich strafbar. Sie deckt alle Schäden von Fahrzeugen und Personen ab, die der Versicherte anderen zufügt - egal, ob verschuldet oder nicht.<BR><BR>Zusätzlich kann der Besitzer freiwillig sein eigenes Auto versichern. Die Fahrzeugteilversicherung (Teilkasko) tritt üblicherweise für Schäden ein, die durch Diebstahl, Brand, Unwetter, Wild-Unfälle, Glasbruch oder Kurzschlüsse entstehen. Die Vollversicherung (Vollkasko) reguliert zusätzlich Schäden durch eigenverschuldete Unfälle und mutwillige Beschädigungen durch Fremde.<BR><BR>Richtig versichert<BR> <BR>Wer seinen Wagen nicht bar kauft, sondern finanziert oder ein Leasing-Angebot wahrnimmt, muss eine Vollkasko-Versicherung abschließen. "Die Finanzierungsbedingungen sehen das für den Zeitraum der Finanzierung vor", erklärt ADAC-Experte Paul Kuhn.<BR><BR>Alle anderen haben die Qual der Wahl. "Eine Vollkasko sollte man so lange behalten, wie die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert stehen", rät Kuhn. Je stärker der Wert des Fahrzeugs sinkt, desto weniger sinnvoll ist eine teure Versicherung. "Viele steigen nach zwei oder vier Jahren auf die Teilkasko um", berichtet der Experte. Dies lohnt sich aber nicht in allen Fällen.<BR><BR>Die Kosten<BR> <BR>Die Kosten richten sich nach dem persönlichen Risiko. Die Versicherer stufen Fahrzeugmodelle und Zulassungsort auf Grund von Schadens-Statistiken in Typ- und Regionalklassen ein. Die Typklassen lassen sich im Internet unter der Adresse www.typklassen.de abfragen. Die Regionalklassen finden sich auf der Internetseite des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft unter www.gdv.de. Die Stadt München hat bei der Haftpflicht den Index 111,57. Das bedeutet, dass der Versicherungsbeitrag für ein Münchner Auto 11,57 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt. In Dachau sind es sogar 16,68 Prozent, in Ebersberg dagegen nur 1,59 Prozent. Der günstigste deutsche Zulassungsbezirk in der Haftpflicht ist mit einem Indexwert von 79,62 der Kreis Elbe-Elster in Brandenburg.<BR><BR>Zusätzlich können die Versicherer spezielle Merkmale belohnen oder bestrafen. Hierbei spielt die jährliche Fahrleistung eine Rolle oder auch das Alter des Fahrers. Es gibt Beamten- und Frauentarife sowie Ermäßigungen für Garagen-Besitzer.<BR><BR>Tarifvergleich<BR> <BR>"Angesichts der verschiedenen Bedingungen ist ein Vergleich der Versicherungsangebote äußerst schwierig", erklärt Paul Kuhn vom ADAC. Er empfiehlt, zunächst für die eigenen Merkmale mehrere Angebote einzuholen. <BR><BR>Bei der Suche helfen Vergleichs-Rechner im Internet - etwa auf Merkur Online unter www.merkur.de/geldundmarkt. </P><P>Bei einem Vergleich der Stiftung Warentest schnitten zuletzt günstig ab: Axa die Alternative, Cosmos Direkt, HDI, Huk24, Huk-Coburg, Ineas, WGV Schwäbische Allgemeine. Günstiger wird die Versicherung durch Selbstbeteiligungen. Außerdem gelten für die Vollkasko - ebenso wie in der Haftpflicht - Schadenfreiheitsklassen. </P><P>Wer längere Zeit keinen Schaden verursacht, zahlt geringere Beiträge. Da es Schadenfreiheitsklassen in der Teilkasko nicht gibt, kann eine Vollkasko in einigen Fällen günstiger kommen. Schadenfreiheitsklassen können bei den meisten Versicherern auch übertragen werden - etwa, wenn der Zweitwagen einer Familie auf den Vater zugelassen war, aber hauptsächlich vom Sohn genutzt wurde.<BR><BR>Bedingungen studieren<BR> <BR>Nach dem Prämienvergleich sollte man die Versicherungs-Bedingungen sorgfältig studieren und im Zweifelsfall kompetenten Rat einholen - zum Beispiel bei Verbraucherschutzorganisationen. Risiken liegen nach Einschätzung des ADAC-Experten vor allem bei "Obliegenheitsverletzungen", also Abweichungen von den vereinbarten Bedingungen. </P><P>Eine solche liegt etwa vor, wenn für eine Versicherung eine maximale Fahrleistung von 5000 Kilometern vereinbart wurde, der Wagen aber mehr unterwegs war. Einige Anbieter reagieren mit einer automatischen Heraufstufung in den entsprechenden Tarif, andere verhängen hohe Vertragsstrafen.</P><P> </P><P>Weitere Hinweise: www.merkur.de/geldundmarkt  <BR><BR clear=all><BR clear=all><BR clear=all>So kann man wechseln <BR>Wer zu einer billigeren Kfz-Versicherung wechseln will, muss spezielle Fristen beachten. Die Autoversicherung kann regulär jeweils einen Monat vor Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden, wie der ADAC mitteilt. Außerdem besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht, wenn der Versicherer die Prämie erhöht. Auch nach einem Schadensfall haben beide Seiten das Recht auszusteigen. Steigt der Versicherungsnehmer aus dem Vertrag aus, wird die restliche Jahresprämie aber nicht erstattet.<BR><BR>Wer sein Fahrzeug verkauft, kann den Versicherungsvertrag dagegen nicht kündigen. Dieses Recht hat lediglich der Käufer. Bis zum Ummelden des Fahrzeugs haftet der Verkäufer zusammen mit dem Käufer als Gesamtschuldner für die Prämie.</P><P><BR></P>

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