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Hans-Jörg Bullinger.

Fraunhofer-Gesellschaft: 1000 neue Stellen

München - Die Fraunhofer-Gesellschaft will in diesem Jahr dank zahlreicher neuer Forschungsprojekte 1000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Im vergangenen Jahr habe die Vertragsforschung um acht Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zugelegt, sagte Präsident Hans-Jörg Bullinger am Mittwoch in München. Die Zahl der Beschäftigten stieg um sieben Prozent auf erstmals mehr als 20 000.

Ernsthafte Sorgen um den wissenschaftlichen Nachwuchs macht sich Bullinger nicht. Zwar könne die Fraunhofer-Gesellschaft nicht mit den Gehältern in der Privatwirtschaft mithalten. “Sonst müssten wir das doppelte Gehalt zahlen.“ Viele Wissenschaftler nutzten die Arbeit in der renommierten Fraunhofer-Gesellschaft nach einigen Jahren aber als Sprungbrett für die weitere Karriere.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die nach eigenen Angaben größte Organisation für angewandte Forschung in Europa. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in München unterhält deutschlandweit 80 Forschungseinrichtungen, darunter 60 Fraunhofer-Institute.

Zahlreiche neue Aufträge

Im vergangenen Jahr gewann die Fraunhofer-Gesellschaft vor allem aus der Wirtschaft zahlreiche neue Aufträge. Die Erträge durch Wirtschaftsprojekte legten um 15 Prozent auf 531 Millionen zu und erreichten damit den höchsten Wert aller Zeiten. Damit steuern sie bereits 35 Prozent zum Budget bei. Öffentlich finanzierte Forschungsprojekte machen 38 Prozent aus, 27 Prozent tragen Bund und Länder als Grundfinanzierung bei. Einen noch höheren Anteil der Auftragsforschung strebt die Fraunhofer-Gesellschaft nicht an, um die allgemeine Forschung nicht zu gefährden.

Zu den wichtigsten Projekten gehören derzeit unter anderem leichte Werkstoffe für die Herstellung von Autos und Flugzeugen. Große Hoffnungen setzen die Forscher in kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK), die das Gewicht deutlich reduzieren, bislang aber nur in Handarbeit und dadurch zu sehr hohen Kosten produziert werden können. Ziel eines Fraunhofer-Projekts ist es, die Herstellungskosten von CFK-Bauteilen durch neue Produktionsverfahren drastisch zu reduzieren.

dpa

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