Fraunhofer-Institut baut neues Forschungszentrum in Fürth

Fürth - In der fränkischen Stadt Fürth soll bis 2011 ein Forschungszentrum für die zerstörungsfreie Prüfung neuer Materialien in der Luft- und Raumfahrt entstehen.

Das Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) will dort künftig große Prüfkomponenten wie zum Beispiel Tragflächen, Container und Rotorblätter untersuchen. Auch die Sicherheitstechnik zum Schutz gegen terroristische Anschläge werde ein wichtiges Forschungsthema sein, erläuterte der IIS-Leiter, Prof. Heinz Gerhäuser, am Montag in Fürth. Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) sagte, die Ansiedlung sei für die Entwicklung der Stadt von "überragender Bedeutung".

Bereits heute arbeiten rund 50 Fraunhofer-Beschäftigte in Fürth im Bereich der neuen Materialien. Mittels Röntgen- und Ultraschalltechnik, Computertomographie und Thermographie werden neue Prüfverfahren und Geräte entwickelt. Vor allem räumliche Gründe machen nach IIS-Angaben eine Neuansiedlung mit größeren Hallen auf dem Gelände des früheren Flugplatz- und Militär-Areals in Fürth-Atzenhof notwendig. Bis 2011 soll die Mitarbeiterzahl in Fürth auf 100 anwachsen. Längerfristig soll sich die Einrichtung zu einem eigenen Fraunhofer-Institut entwickeln.

In der Luft- und Raumfahrt gebe es hohe Anforderungen an die Materialien, sagte Gerhäuser. Zusätzliches Gewicht gewinne die Forschung durch terroristische Bedrohungen. Es gehe darum, Materialien zu entwickeln, die zum Beispiel Druckwellen oder starker Hitzeeinwirkung widerstehen könnten. "Der Standort wird einen Meilenstein setzen und wichtige Forschungsergebnisse für Deutschland und Europa erzielen", sagte Gerhäuser. Der Ausbau in Fürth sei auch stark an die hohe industrielle Nachfrage von bayerischen Unternehmen wie EADS, Eurocopter, MTU, Audi oder BMW gekoppelt, ergänzte der Leiter des Fraunhofer Entwicklungszentrums für Röntgentechnik (EZRT), Randolf Hanke.

Das IIS mit Hauptsitz in Erlangen und weiteren Standorten in Nürnberg, Fürth und Dresden ist das größte Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der Entwicklung des Audiocodierverfahrens MP3 wurde es weltweit bekannt. Auch der Standort Nürnberg soll in den nächsten Jahren erweitert werden.

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