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Der Weg für einen VW/Porsche-Konzern ist frei.

Weg frei für VW/Porsche-Konzern

Wolfsburg - Volkswagen und Porsche starten in eine neue Ära. Die Aufsichtsräte der Unternehmen machten nach einem monatelangen Übernahme-Machtkampf den Weg für ein neues Autoimperium frei.

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Im Laufe des Jahres 2011 sollen die beiden Autobauer miteinander verschmelzen. An der Spitze steht als neuer starker Mann VW-Chef Martin Winterkorn. Sitz des integrierten Automobilkonzerns ist Wolfsburg. Mit dem kleinen, aber ertragsstarken Sportwagenbauer als zehnter Marke im Konzern will VW bei der Jagd auf den weltgrößten Autobauer Toyota Gas geben. VW will zunächst für rund 3,3 Milliarden Euro mit 42 Prozent beim Porsche-Automobilgeschäft (Porsche AG) einsteigen. Außerdem soll das österreichische Autohandelsgeschäft von Porsche an VW verkauft werden. Wie viel Geld dabei fließen soll, wurde zunächst nicht bekannt. Im ersten Halbjahr 2010 soll es bei VW eine Kapitalerhöhung geben, ein Jahr später dann auch bei der Porsche SE. Damit will Porsche seinen massiven Schuldenberg in den Griff bekommen. Im Laufe des Jahres 2011 wird eine Verschmelzung der Volkswagen AG mit der Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE angestrebt, die mit knapp unter 51 Prozent der Anteile noch immer die Mehrheit an VW hält. Die Verhandlungen mit dem Emirat Katar über einen Einstieg bei VW und Porsche sollen fortgesetzt werden. In den kommenden Wochen sollen die Details zur Umsetzung des Konzepts ausgearbeitet werden. Die Gläubigerbanken von Porsche müssen der Vereinbarung noch zustimmen.

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter hatten sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verzockt und mindestens zehn Milliarden Euro Schulden angehäuft. Beide hatten vor drei Wochen als Konsequenz daraus ihren Hut genommen. Der grundlegenden Einigung war eine nervenaufreibende und schmutzige Übernahmeschlacht vorausgegangen. Als Sieger ging daraus vor allem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hervor. VW-Chef Winterkorn bezeichnete Porsche als “ideale Bereicherung“ für den VW-Konzern. VW und Porsche starteten gemeinsam in eine “neue vielversprechende Ära“.

VW habe alle Chancen, die Nummer eins in der Welt zu werden. Die Porsche AG bleibe eine eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen, die Standorte und Arbeitsplätze bei Porsche seien sicher. Winterkorn wird auch neuer Vorstandsvorsitzender der Porsche Automobil Holding SE und damit Nachfolger Wiedekings. Unter dem Dach der Holding sind das Porsche-Automobilgeschäft (Porsche AG) und die knapp 51 Prozent der Anteile an VW gebündelt.

Porsche-Chef Michael Macht betonte, der Sportwagenbauer brauche auch in Zukunft einen eigenständigen Markenauftritt. VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch betonte, die Ertragskraft des Konzerns werde durch Porsche deutlich gestärkt. VW zahle für seine Beteiligung an der Porsche AG einen fairen Preis. “Alle ziehen jetzt an einem Strang.“ Es gebe nur Gewinner. Dazu zählt auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Die 20-prozentige Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen in der Hauptversammlung soll dauerhaft erhalten bleiben. Dies sichert dem Land Niedersachsen, das knapp über 20 Prozent an VW hält, weiter eine starke Stellung bei dem Autobauer. Die zwei Entsenderechte im VW-Aufsichtsrat für das Land sollen dauerhaft in der VW-Satzung verankert werden. Entsprechende Beschlüsse sollten bereits auf der nächsten VW-Hauptversammlung gefasst werden, hieß es.

IG Metall-Chef Berthold Huber sagte, er sei optimistisch, dass ein Einstieg in eine Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer bei VW erreicht werden könne. Die Gespräche darüber sollten in den nächsten Tagen aufgenommen werden. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, die Arbeitnehmerrechte seien deutlich gestärkt. Die Mitbestimmung sei ein zentraler Erfolgsfaktor. Osterloh wies darauf hin, man habe mit den Unternehmen vereinbart, dass die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns eine Beschäftigungssicherung für die Arbeitnehmer beider Unternehmen beinhalte.

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück betonte: “Nach der festen Überzeugung von Vorständen und Betriebsräten ergeben sich aus einer verstärkten Zusammenarbeit große Chancen. Das macht auch die Arbeitsplätze noch sicherer.“

dpa

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