Weg frei für Zerschlagung der HVB

- München - Der Weg für die Zerschlagung der HypoVereinsbank ist frei. Bei der Hauptversammlung votierten 99,4 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Übertragung der Bank Austria und ihrer Aktivitäten in Zentral- und Osteuropa an die Konzernmutter Unicredit. Damit trennt sich die HVB von rund 60 Prozent ihres Geschäfts. Den milliardenschweren Buchgewinn will das Münchner Geldhaus für Zukäufe in Deutschland und mittelfristig auch im Ausland verwenden.

Zahlreiche Kleinanleger und Aktionäre hatten den Bank-Austria-Verkauf bei der turbulenten, über 14-stündigen Hauptversammlung heftig kritisiert und erwägen Anfechtungsklagen.

Mit der Trennung von der Bank Austria und Beteiligungen in Zentral- und Osteuropa wird die HVB weitgehend auf eine regionale, auf Deutschland konzentrierte Tochtergesellschaft reduziert. Im Gegenzug soll sie in einem nächsten Schritt das Investmentbanking der Unicredit und der Bank Austria bis spätestens 2007 übernehmen. Dabei wird voraussichtlich ein Teil der Milliarden-Erlöse wieder an die Italiener zurückfließen. Die Kleinanleger forderten mehr Details zu den Plänen und kritisierten eine "Ausschlachtung" der HVB. Mögliche Anfechtungsklagen gelten aber als wenig aussichtsreich: In Bankkreisen wird davon ausgegangen, dass die bis Jahresende vorgesehene Eintragung ins Handelsregister wie geplant vollzogen werden kann.

HVB-Chef Wolfgang Sprißler hatte bei dem Aktionärstreffen die Expansionspläne seiner Bank bekräftigt. Mit Erlösen in Höhe von insgesamt 13,7 Milliarden Euro aus den Transaktionen sei man dafür gut gerüstet. Die Buchgewinne belaufen sich auf 6,5 Milliarden Euro, davon alleine 5,9 Milliarden Euro aus der Übertragung der Bank Austria.

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