Lohnsteuerkarte

Freibeträge: So sichern Sie sich mehr Netto

Wer die Lohnsteuerkarte für 2010 erhält, sollte sie nicht ohne Weiteres an seinen Arbeitgeber weiterleiten. Oft ist es sinnvoll, zuvor Freibeträge eintragen zu lassen, die mehr Netto vom Brutto lassen.

In den nächsten Wochen landen die neuen Lohnsteuerkarten in den Briefkästen der Bürger. Für viele ist das eine Gelegenheit, Freibeträge für zu erwartende Ausgaben einzutragen und so ihre Lohnsteuerabzüge 2010 zu senken.

Der Nutzen

Wer Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eintragen lässt, sorgt dafür, dass weniger Steuern von seinem monatlichen Gehalt abgezogen werden. Diese Beträge müssten andernfalls im Nachhinein über die Steuererklärung zurückgeholt werden. Unter dem Strich bleibt die Steuerlast also gleich hoch, aber man spart sich von vornherein Abzüge, die sonst teils erst mehr als ein Jahr später vom Fiskus erstattet werden.

Die Rechnung

„Es können fast alle Kosten eingetragen werden, die man auch sonst in der Steuererklärung anrechnen könnte“, erklärt Stephanie Zipp von der Zeitschrift „Finanztest“. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler sind dies:

  • Werbungskosten (zum Beispiel Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, doppelte Haushaltsführung oder das Arbeitszimmer
  • Sonderausgaben (zum Beispiel Unterhalt an geschiedene Ehegatten)
  • Außergewöhnliche Belastungen (zum Beispiel Krankheitskosten oder Scheidungskosten)
  • Steuerbonus (zum Beispiel Handwerkerrechnungen für haushaltsnahe Dienstleistungen)

Damit ein Freibetrag eingetragen werden kann, müssen Mindestbeträge bei diesen Kosten überschritten werden. Dabei kommt es auf die Art der Kosten an. Sollen Werbungskosten eingetragen werden, müssen insgesamt mehr als 1520 Euro erreicht werden. Ohne Werbungskosten müssen es mehr als 600 Euro sein. Wichtig: Die zu erwartenden Kosten müssen dem Finanzamt glaubhaft gemacht und gegebenenfalls nachgewiesen werden können.

Der Antrag

Um Freibeträge in der Lohnsteuerkarte einzutragen, muss ein „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ gestellt werden, wie es im Amtsdeutsch heißt. Dafür gibt es ein Formular (ähnlich denen für die Steuererklärung) beim Finanzamt, das in zwei Versionen verfügbar ist:

  • Die leichter auszufüllende Kurzfassung kann verwendet werden, wenn im Vorjahr bereits Freibeträge in der Lohnsteuerkarte eingetragen worden waren und sich an diesen nichts Wesentliches geändert hat.
  • Die Langfassung muss bei Erstanträgen oder größeren Änderungen gegenüber dem Vorjahr verwendet werden.

Auch während des laufenden Jahres können noch Freibeträge eingetragen werden. Letzter Termin dafür ist der 30. November. Wer bis dahin einen Antrag für 2009 stellt, kann sich über besonders geringe Abzüge beim Dezembergehalt freuen. Denn der Freibetrag für das gesamte Jahr wirkt sich dann in diesem einen Monat aus. Allerdings ist dann auch die Wartezeit auf die Erstattung der Kosten über die Steuererklärung nicht mehr so lang wie etwa zu Jahresbeginn.

„Wer Freibeträge eintragen lässt, sichert sich einen Liquiditätsvorteil“, urteilt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Aber: Neben dem Antrag dafür muss weiterer Papierkram hingenommen werden: „Mit der Eintragung von Freibeträgen ist man auch zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.“

von Dominik Müller

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