Freie Auswahl im Autohaus: Handel nicht mehr an Marken gebunden

- München - Beim Autohändler der Zukunft haben die Kunden nach Vorstellung von EU-Kommissar Mario Monti freie Auswahl: In ihrem Autohaus um die Ecke steht die Mercedes C-Klasse direkt neben dem 3er vom Konkurrenten BMW. Vielleicht gibt es auch noch einen Volkswagen oder einen Opel zur Auswahl. Morgen tritt die neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) in Kraft, mit der Wettbewerbskommissar Monti einen freieren Autohandel und niedrigere Preise in Europa erreichen will. Doch in der Realität wird sich für die Kunden in Deutschland zumindest kurzfristig wohl nicht viel ändern.

<P>Die neue GVO soll es den Händlern ermöglichen, mehrere Marken unter einem Dach zu verkaufen. Helmut Blümer vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes bezeichnet die Vorstellung von Händlern mit verschiedensten Marken allerdings als "dummes Zeug". Weil jeder Hersteller andere Schulungen, andere Kleidung und andere Formulare verlange, würden einem Autohaus mit mehreren Marken nur höhere Kosten, aber keine Einsparungen entstehen.</P><P>Die Autokonzerne haben sich für die neue Ära gewappnet: Um die Auflagen der GVO zu erfüllen, mussten die Autohersteller mit ihren Händlern neue Verträge abschließen. Ein klares Markenprofil ist in Zukunft wichtiger denn je. Dementsprechend anspruchsvoll fielen die neuen Verträge aus. BMW gibt beispielsweise Details wie Bodenbeläge und die Beleuchtung vor und VW fordert, dass Werkstatt wie Kundentoilette mit dem Image der Marke übereinstimmen.</P><P>Weil viele Familienbetriebe diese Standards nicht erfüllen können, wird sich der Autohandel vor allem in ländlichen Regionen verändern. Gemäß der GVO können sie als reine Werkstätten weiterarbeiten - die Trennung von Service und Betrieb ist erlaubt. Auf der anderen Seite werden sich die großen Autohändler nach Ansicht von Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen, zu nationalen Vertriebsgruppen zusammenschließen. Und die werden sich wohl auf die größeren Städte konzentrieren.<BR><BR></P>

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