Freistaat verkauft Eon-Anteile und nimmt 1,2 Milliarden ein

- München - Der Freistaat Bayern hat seit November 2004 für mehr als 1,2 Milliarden Euro Anteile am Energiekonzern Eon verkauft. Wie Finanzminister Kurt Faltlhauser überraschend im Haushaltsausschuss mitteilte, erfolgte die Aktion in drei zeitlichen Blöcken zu den jeweiligen Höchstkursen. Das Geld soll dazu beitragen, den schuldenfreien Haushalt 2006 zu sichern.

Mit der Aktion ist fast die Hälfte des knapp fünfprozentigen bayerischen Anteils am Eon-Konzern veräußert. Faltlhauser schloss nicht aus, dass weitere Verkäufe folgen, allerdings wie bisher unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Freistaat habe bewusst "eine sehr behutsame Veräußerungsstrategie" gewählt.

Insgesamt wurden seinen Angaben zufolge in den vergangenen fünfzehn Monaten 17 Millionen Stückaktien des Eon-Konzerns in 53 Einzelaktionen verkauft. Dabei seien Durchschnittskurse von etwa 66, 73 und 84 Euro erreicht worden.

Der Freistaat hatte im Zuge seines Privatisierungskurses schon seit Jahren geplant, die bayerischen Anteile von 4,96 Prozent an Eon abzugeben. Es gebe keinen strategischen Bedarf mehr an dieser Beteiligung, sagte Faltlhauser. CSU, SPD und Grüne hatten dem Minister vor fast zwei Jahren grünes Licht für die "heimliche" Verkaufsstrategie gegeben.

Dass Faltlhauser über die bis jetzt erzielten Erlöse von 1,2 Milliarden hinaus noch mehr frisches Geld braucht, ist klar. Im Haushalt 2005/2006 sind rund 1,5 Milliarden Euro an Privatisierungserlösen veranschlagt, etwa 300 Millionen könnten durch den Nachtragshaushalt noch dazukommen. Allerdings sind neben den Eon-Aktien auch andere Geldquellen im Gespräch - etwa der Verkauf von Immobilien wie dem Statistischen Landesamt im Herzen von München.

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