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Fremde Investoren reißen sich um das deutsche "Jammertal"

- München - Die deutschen Immobilienmärkte bieten "eigentlich ein Horrorbild", das für ausländische Investoren ausgesprochen abschreckend wirken müsste. "Wir haben viele regionale Märkte, immer noch fallende Mieten und hohe Leerstände und dennoch im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn niedrige Immobilienrenditen", sagte Karsten von Köller von der Lone Star Germany GmbH, Frankfurt, auf der Fachmesse für Gewerbeimmobilien, der Expo Real 2005.

Außerdem habe die deutsche Kreditwirtschaft in den letzten zehn Jahren einen außergewöhnlich hohen Berg an notleidenden Immobilienkrediten aufgebaut, die auf den Märkten lasten.

Das alles schreckt aber ausländische Investoren nicht ab, massiv in den deutschen Markt einzusteigen. Überwiegend Ausländer kauften im vergangenen Jahr knapp 300 000 Wohnungen für 10 Milliarden Euro, heuer folgte der Verkauf von 180 000 Wohnungen von Viterra und Gehag für acht Milliarden Euro an die Deutsche Annigton/Terra Firma und Oaktree.

Es gebe eine Reihe von Gründen, warum sich ausländische Geldgeber im "Jammertal" Deutschland engagierten. An erster Stelle nannte Köller den weltweiten Anlagenotstand für renditesuchendes Kapital. Das anlagesuchende Kapital habe die Immobilienmärkte gewählt: Dabei gehe es nicht nur um sichere Anlagemöglichkeiten, sondern zunehmend auch um günstige Gelegenheiten, höhere Erträge auch unter Inkaufnahme höherer Risiken zu erreichen. Ausländische Investoren hätten mehr Erfahrungen im Umgang mit den Zyklen des Immobilienmarktes. "Die Ausländer haben viel geringere Vorbehalte gegenüber Investitionen in den neuen Ländern als wir Deutsche", sagte Köller.

Umgekehrt sei Deutschland, gemessen an der Einwohnerzahl und am Kaufkraftniveau, immer noch der größte europäische Markt - und somit Ziel ausländischer Unternehmen.

Zum ersten Mal sind Indonesien, Japan, Kroatien, Lettland, Rumänien, Slowakei und Zypern auf der von der Fläche mit weitem Abstand größten Messe in Europa vertreten, so Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München GmbH.

Einer der Schwerpunkte der Messe sind die Märkte in Mittel- und Osteuropa. 144 Aussteller kommen aus dieser Region, nach 116 im vergangenen Jahr. Allein die Zahl der russischen Aussteller hat sich gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 21 verdreifacht. In Osteuropa entstünden die modernsten Einkaufszentren, die Kaufkraft steige rapide. Im Großraum Prag liege sie bereits über dem europäischen Durchschnitt.

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