Fresenius schluckt Humaine-Klinik

- München - Der jüngste Coup im tief greifenden Wandel der Krankenhaus-Landschaft ist perfekt: Die private Münchner Humaine-Klinikgruppe wird mehrheitlich vom Gesundheitskonzern Fresenius in Bad Homburg übernommen. Fresenius, unter anderem als weltweit führender Anbieter von Dialyseprodukten bekannt, erwirbt nach eigenen Angaben zunächst 60 Prozent des Humaine-Kapitals - ein weiterer wichtiger Expansionsschritt.

Erst im Oktober hatte Fresenius die Helios-Klinikgruppe in Fulda erworben, zu der 51 eigene Kliniken gehören (Umsatz 1,55 Milliarden Euro, 24 800 Mitarbeiter) und über die nun auch Humaine gekauft wird. Fresenius ist heute einer der vier größten privaten Krankenhausbetreiber in Deutschland neben den Rhön-Kliniken, der Asklepios-Gruppe und den Sana-Kliniken in München, die allesamt auf Expansionskurs sind. Die Übernahme weiterer - auch staatlicher und kommunaler - Krankenhäuser und kleinerer Klinikgruppen dürfte deshalb nicht lange auf sich warten lassen. Der Übernahme von Humaine haben die Kartellbehörden noch nicht zugestimmt.

Nach den jüngsten Angaben betreibt die Humaine-Gruppe derzeit sechs Akut- und Fachkrankenhäuser sowie Spezial-Rehabilitationskliniken mit insgesamt 1850 Betten. Für 2005 wird ihr Umsatz mit 197 Millionen Euro, ihr operativer Gewinn (Ebit) mit 14 Millionen Euro, ihre Belegschaft mit rund 2900 Mitarbeitern genannt. Gegründet worden war die Humaine-Gruppe 1984 unter anderem von dem bekannten Münchner Unternehmensberater Roland Berger und Hans Rinecker, dem Inhaber der Chirurgischen Klinik Dr. Rinecker in München. Rinecker sagte gestern gegenüber dieser Zeitung: "Ich habe meinen Anteil nicht verkauft." Allerdings habe er eine Kaufoption für 40 Prozent Kapitalanteil mit Fresenius/Helios vereinbart, die er als extrem kompetente Partner bezeichnet.

Rinecker sieht in der aktuellen Konstellation und den sich daraus ergebenden Kontakten zum Fresenius-Konzern, wie er sagt, eine interessante Option, so auch in Hinblick auf seine Pro Health AG, die Krebspatienten die so genannte Protonentherapie mehr als bisher zugänglich machen soll - erstmals in einem Therapiezentrum in München, auf dessen Eröffnung Rinecker nach Verzögerungen nun im April hofft.

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