MTU Friedrichshafen: MAN aus dem Rennen

- München - Der MAN-Konzern ist aus dem Übernahmekampf um die Daimler-Chrysler-Tochter MTU Friedrichshafen ausgeschieden. "Andere Interessenten haben ein besseres Angebot gemacht, sowohl beim Preis als auch beim Konzept", sagte ein Daimler-Chrysler-Sprecher. Der Konzern will den Dieselmotorenbauer noch 2005 für mehr als eine Milliarde Euro verkaufen. Der Gewinn soll größtenteils zur Finanzierung des geplanten Abbaus von 8500 Stellen bei Mercedes verwendet werden. Dies wird den Konzern bis zu 950 Millionen Euro kosten.

Der profitable Diesel- und Turbinenbauer MTU Friedrichshafen passt nach früheren Aussagen des Daimler-Chrysler-Konzerns nicht mehr zum eigenen Kerngeschäft. Zum Erhalt seiner führenden Weltmarktposition hätte MTU Friedrichshafen zudem Investitionen in Höhe von etwa 500 Millionen Euro benötigt.

Zum weiteren Stand des MTU-Verkaufsprozesses wollte sich der Daimler-Chrysler-Sprecher nicht äußern. Bankenkreisen zufolge haben nur noch drei Bieter Chancen, darunter die Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und EQT, die zum schwedischen Wallenberg-Imperium gehört. Nicht mehr dabei ist dagegen Carlyle. Die drei Interessenten, die alle MAN überboten haben, dürfen nun in die Bücher schauen.

Offenbar fürchtet der Stuttgarter Autokonzern, dass MAN nach einer Übernahme von MTU Friedrichshafen als Konkurrent für das eigene Industrie-Motorengeschäft zu stark geworden wäre. Zudem hieß es in Bankenkreisen, MAN hätte voraussichtlich Arbeitsplätze im Angestelltenbereich von MTU abgebaut. Daimler-Chrysler hatte jedoch Betriebsrat und Familiengesellschaftern signalisiert, bei einem Verkauf einen Stellenabbau verhindern zu wollen.

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